KircheJabelinnen

Jabel: Feuerwerk der Blasmusik

Am 2. August gastierte das Blechblasensemble "Blechanfall" in der Evangelisch-Lutherischen Kirche Jabel bei Wittstock/Dosse. Die rund 65 Zuhörer erlebten ein Konzert unter der Leitung von Sprengelkantor Georg Mogwitz, Leipzig, das ein Repartoire von Barock bis Pop umfasste. So wurden alte und zeitgenössische Komponisten zu Gehör gebracht. Das aus Kirchengliedern der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche bestehende Ensamble "Blechanfall" ist zurzeit auf Konzertreise. (SN/MB)

Kirche in der Krise - Einkehrkonvent des Kirchenbezirks Berlin-Brandenburg tagte SELK

Vom 23. – 25. Juni 2015 trat der Pfarrkonvent des Kirchenbezirks Berlin-Brandenburg der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (www.kirche-berlin-brandenburg.de) im Haus der Kirche in Güstrow zu seinem jährlichen Einkehrkonvent zusammen.

Thematisch beschäftigte sich der Konvent mit kirchlichen Herausforderungen angesichts geistlicher Erosionsprozesse. Als Referent wirkte Pfarrer Swen Schönheit von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), der einerseits Gemeindepfarrer an der Evangelischen Apostel-Petrus-Gemeinde der EKBO in Berlin-Reinickendorf ist andererseits theologischer Referent der Geistlichen Gemeindeerneuerung in der Evangelischen Kirche.

Schönheit stellt seit den 1980er Jahren in Berlin einen erheblichen Traditionsabbruch besonders für seine Landeskirche fest. Es scheine aber, dass die Krise von der Kirche nicht bemerkt werde. Das Volk entfremde sich weiter vom Evangelium. Die Kirche – besonders die Volkskirche – reagiere aber mit alten Formaten und halte am Status Quo fest. So sei die Kirche auch in einer Strukturkrise. Besonders der Anspruch Volkskirche zu sein sei vielfach überzogen, da das Volk nicht zur Kirche gehe. Er stelle fest, dass eine Kirchenleitung oft moderiere, aber nicht visionär vorangehe. Zusammenlegungen von Kirchengemeinden und Strukturänderungen ohne eine Vision führe zur Frustration oder schlimmstenfalls auch zur Kollision von Interessen und Egoismen. Von kirchenleitender Seite sei daher Gewichtung, Priorisierung und Schwerpunktsetzung angezeigt.

Neben der Strukturkrise nimmt Schönheit eine Krise der Akzeptanz wahr. Die Kirche sei lediglich ein Anbieter unter vielen anderen. Die Hauptzielgruppe der Kirche sterbe aus. Auch die distanzierte Kirchenmitgliedschaft verliere an Bedeutung. Die Menschen fragen sich, warum sie einer Institution angehören sollen, die ihnen keinen Mehrwert bringe. Umgekehrt sterbe die Sehnsucht nach Religion aber nicht aus. Vielmehr nehme Esoterik, Aberglaube, und weitere Religionsformen in der Gesellschaft zu. Die Suche nach Religion gehe aber an der Kirche vorbei.

Letztlich befinde sich die Kirche in einer Krise der Relevanz. Er sieht Kirche in einer Identitätskrise. „Glaubt die Kirche eigentlich noch ihrer eigene Botschaft?“ Für Schönheit hat Kirche zu Gott umzukehren, zu ihren eigenen Quellen zurückzukehren, um sich dann den Menschen missionarisch zuzuwenden. Hierbei gehöre die Gemeinde auf den Prüfstand ihres Herrn. So fragt Schönheit kritisch: „Wer prägt wen – die Gemeinde die Stadt – oder die Stadt die Gemeinde?“ Es gehe für ihn daher nicht darum die Kirche der Zeit anzupassen. Schönheit plädiert für eine Außenorientierung statt einer Binnenzentrierung. Hierbei denkt er von der Sendungstheologie des Johannes (vgl. Johannes 20,21). Ekklesiologisch versteht Schönheit Kirche nicht nur als Versammlung der Gläubigen, sondern als ein dynamisches Beziehungs-Netzwerk: Kirche ist Mission.

Als zweite Antwort auf die Krise der Kirche gibt Schönheit den Hinweis, dass Vervielfältigung geistlichen Lebens statt Versorgung nötig sei. Multiplikation geschehe nicht nur durch den Amtsträger. Das Prinzip der Versorgung müsse überwunden werden. Hierunter versteht er, dass einer, nämlich der Amtsträger, für alle da ist. Es bestehe eine Grenze des Gemeindeaufbaus, wenn einer alle versorgt, weil er an die Grenzen seiner Zeit und Kraft stoße.

Weiter sieht Schönheit, dass ein Leben im Heiligen Geist anstelle von Eigenleistung für Kirche wichtig sei. Es gehe darum die geistliche Mitte der Gemeinde zu stärken. Folglich brauche Gemeinde eine Vision, denn um eine Vision bilde sich eine Gemeinschaft. Im Anschluss diskutierten die Konventualen mit dem Referenten lebhaft und engagiert.

Neben dem Gastvortrag berichteten Superintendent Peter Brückmann, Berlin-Wedding, und Pfarrer Rainer Kempe, Berlin-Neukölln, ausführlich über die 13. Kirchensynode, die vom 8.-14. Juni 2015 in Hermannsburg stattfand. Eine Exkursion ins Barlach-Haus mit Führung durch Leben und Werk dieses Künstlers stand ebenfalls auf dem Programm. Eine biblische Besinnung unter der Leitung von Pfarrer Hinrich Brandt, Greifswald, sowie Andachten und ein Sakramentsgottesdienst setzten geistliche Impulse. Zeit zu Gespräch und Austausch war an in der freien Zeit und beim Grillabend gegeben. Mit dem Reisesegen ging der Konvent zu Ende. (MB)

Openairgospelgottesdienst mit Nebenwirkung - SELK in Schwerin: Glaubenskurs begonnen PfarrerKopelkeb

Mit dem Bibelwort aus Psalm 18,30, Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen!, feierte die Evangelisch-Lutherische Martin-Luther-Gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Schwerin am 7. Juni ihren jährlichen Gospelgottesdienst mit Posaunenchor im benachbarten Park. "In schwierigster Situation entstanden, stecken uns die Gospellieder mit ihrer Hoffnung auf Gottes liebevolles Wirken an", so Gemeindepfarrer Johannes Kopelke, den es besonders freute, erneut einen fröhlichen Gottesdienst in der Öffentlichkeit zu feiern und eine Reihe von Gästen dazu begrüßen zu können. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Gospelchor "Spirit of Joy", der schon seit vielen Jahren im Gemeindezentrum der Martin-Luther-Gemeinde probt. Der kleine Gemeindeposaunenchor wurde unterstützt von Musizierenden aus verschiedenen Gemeinden. Dieses Mal gibt eine schöne Nebenwirkung und Grund zur Dankbarkeit. Nach dem Gottesdienst waren Gäste, die von einem neuen Gemeindeglied eingeladen worden waren, voller Fragen rund um den Glauben. Das Angebot eines Glaubenskurses ist von einigen Teilnehmern angenommen worden. Mittlerweile hat ein erstes Treffen stattgefunden und ein Kurs über elf weitere Einheiten wurde verabredet. (SN/MB)

Festliches Konzert "50 Jahre Paulus-Kirche Neukölln" mit dem Kirchenchor, Männerchor, Posaunenchor und der Band der Paulus-Gemeinde Pauluskirche Neukoelln aussen

Die Chöre und musikalischen Gruppen unserer Gemeinde laden am Freitag, 26. Juni, 19:00 Uhr in der Paulus-Kirche Neukölln zum Festkonzert ein. Es wird ein zweiteiliges Konzert aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums unserer Paulus-Kirche geben. Im ersten Teil erklingt Vokalmusik aus verschiedenen Jahrhunderten aus dem geistlichen und weltlichen Bereich durch den Kirchen¬chor und den Männerchor unserer Gemeinde, Leitung: Jörn-Peter Schulz. In der Pause gibt es erneut die Möglichkeit, das "Paulus-Jubi-Ale" käuflich zu erwerben, zu genießen und zu trinken.

Den zweiten Teil des Konzerts gestaltet der Posaunenchor und die Band unserer Gemeinde mit Musik für Blechbläser und (Rock-)Band, Leitung: Rainer Köster. Im Zentrum dieses Teiles und auch des ganzen Konzertes steht die Uraufführung des Werkes "Bekenntnis und Taufe" von Michael Schütz. Dieses Werk wurde aus Anlass des 50-jährigen Kirchweihjubiläums unserer Gemeinde bei Michael Schütz in Auftrag gegeben. Als Grundlage der Komposition dienen die beiden Kirchenfenster unserer Paulus-Kirche, deren Themen und dementsprechend dann auch deren Bilder in Musik umgesetzt wurden. Sie wurde eigens für unsere Kirche und unsere Gemeinde geschrieben für die doch noch recht ungewöhnliche Besetzung für Blechbläser (Posaunenchor) und gleichberechtigte (Rock-) Band.

Nach dem Konzert wird herzlich zu Essen und Trinken in den Pfarrhof eingeladen. (Rainer Köster)

Lebst Du noch oder glaubst Du schon? - Pfingstcamp 2015 in Greifswald JuMiGb

Drei Tage vorher – der Streik beginnt – kurze Schockstarre… Was wird jetzt aus dem Pfingstcamp? Müssen wir es absagen? Doch der Schock währt nur kurz und so gelingt es, innerhalb von nur einem halben Tag erstaunlicherweise noch einen Bus zu chartern. So heißt GDL für uns nun: Gott Dient (uns) und Lenkt (die Geschicke – nicht den Bus…). So startete das diesjährige Pfingstcamp für junge Menschen im Kirchenbezirk Berlin-Brandenburg der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) auf dem Gelände der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde "St. Otto von Bamberg" in Greifswald.

Dankbar und erleichtert ging es dann wie geplant am Freitagnachmittag nach Greifswald. Diesmal ohne anstrengenden Fußmarsch vom Bahnhof zum Gemeindezentrum. Letzte Traditionstränen waren ob dieses gewonnenen Luxus bereits abgeweint und so wurde nun schon zum 26. Mal der Garten hinter der Kirche, Gemeindesaal und dem Pfarrhaus kurzerhand zum Campingplatz umfunktioniert. 52 Jugendliche (zwischen 11 und 26 Jahren), zumeist aus dem Kirchenbezirk Berlin-Brandenburg aber auch illustre Gäste aus anderen Kirchenbezirken sowie „Kirchenpromis“ wie Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. aus Hannover als Referent und Sprengelkantor Georg Mogwitz tummelten sich fröhlich auf dem Festcampgelände. Was für eine bunte Versammlung! Wunderbar!

„Lebst Du noch oder glaubst Du schon?“ Mit diesem etwas platt-provokanten Slogan haben wir uns nach einer diskussionsanregenden Einstiegseinheit mit Bischof Voigt dann am Nachmittag in verschiedenen Arbeitsgruppen ins Thema vertieft. Es ging immer wieder darum, wie und ob es geht, den persönlichen Glauben zu leben - und zwar in einer Bekenntniskirche mit zahlreichen Traditionen und Ritualen. Die folgenden Workshops ergaben tolle Diskussionen, schöne Gespräche und ermöglichten offene Worte:
„Die Konfizeit – haben wir sie als nachhaltig erlebt?“
„Persönlicher Glaube im Gottesdienst – was brauchen Jugendliche dafür?“
„Jugendlichsein in unseren Gemeinden - wo sind die Räume und Möglichkeiten?“
„Richtig oder falsch? – Von dem Unwohlsein, etwas falsch zu machen (falsch zu glauben…)“
„SELK – Lebst Du noch (deinen Gemeindealltag) oder glaubst Du schon?“

Als Fazit lässt sich festhalten: Wir müssen vielmehr über unseren persönlichen Glauben ins Gespräch kommen. Dann können wir vielleicht – wie die Teilnehmer des diesjährigen Pfingstcamps – Zeuge werden, wie es ist, wenn es zwar viele Glieder gibt, aber alle in einem Geist sind. So lassen sich inhaltliche Gräben überwinden, ohne sie zuzuschütten und Begegnungen schaffen, wo bisher eher das Trennende betont wurde. Ein schönes Bild für das Leben in unserer Kirche. Vielleicht der notwendige Aufbruch statt einem Umbruch… Die Jugendlichen sind augenscheinlich bereit dazu! Nun stellt sich die Frage, ob wir älteren – Vorsteher und Vorsteherinnen, Pastoren, Amtsträger und -trägerinnen aller Art, langjährige Gemeindegliede – das auch sind.

Mehr gewollte Tradition als Aufbruch war die umrahmende Verpflegung mit Hot Toasts, Kult-Raviolis und Hawaii Dogs. Und das weitere Programm mit Spieleabend, Fußball, Slagline, Volleyball, Mucke hören und Mucke machen mit Muckemacher Georg, Lagerfeuer, Gottesdiensten und Andachten und natürlich dem alljährlichen Anbaden in der Ostsee, das auch durch den Gebrauch schafwollener Badeshorts nicht wesentlich anheimelnder hätte werden können…

Schleppst Du noch oder reist Du schon? Nächstes Jahr geht’s jedenfalls wieder per Bus nach Greifswald…
(SN/MB)

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