Gemeindebesuch mit Gottesdienst und Berichterstattung - SELK-Bischof Voigt besuchte St. Mariengemeinde BerlinBischöfe Voigt und Schöne mit Pfarrer Büttner

Nachdem Bischof Hans-Jörg Voigt D.D., Hannover, der leitende Geistliche der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), im Sommer dieses Jahres die Berliner St. Mariengemeinde im Seelsorgebezirk Steglitz besucht hatte, besuchte er am gestrigen Sonntag erneut diese Gemeinde. Dieses Mal galt sein Besuch dem Seelsorgebezirk Zehlendorf. Der Seelsorgebezirk Steglitz befindet sich gegenwärtig im Prozess der Ausgliederung aus der St. Mariengemeinde Berlin-Zehlendorf mit dem Ziel, eine eigenständige Gemeinde innerhalb eines gemeinsamen Pfarrbezirks mit Berlin-Zehlendorf zu bilden. Zur gesamten St. Mariengemeinde gehören rund 1.300 Gemeindeglieder. Hierbei arbeitet Pfarrer Markus Büttner als geschäftsführender Pfarrer im Seelsorgebezirk Zehlendorf, während Pfarrer Dr. Gottfried Martens im Seelsorgebezirk Steglitz seinen Dienst versieht. Sein Arbeitsschwerpunkt liegt in der Arbeit mit Migrantinnen und Migranten - vornehmlich aus dem Iran und Afghanistan.

Neben der Predigt und der Leitung der Abendmahlsfeier stellte Voigt nach dem gemeinsamen Mittagessen seine Arbeit vor. Er berichtete über die Entwicklung der Arbeiten an der "Alten Lateinschule" in Wittenberg, einem Gemeinschaftsprojekt der Lutherischen Kirche-Missouri Synode (LCMS) und der SELK zur Errichtung eines internationalen Studien- und Begegnungszentrums. Die Arbeiten würden plangemäß verlaufen, für den 3. Mai 2015 sei die Hausweihe vorgesehen.

Ebenso berichtete der Bischof exemplarisch über zwei ökumenische Gesprächsprozesse, an denen die SELK beteiligt ist.

Zum einen nannte er den Dialog mit der Union Evangelischer Kirchen (UEK) in der Evangelischen Kirche in Deutschland. Hier gehe es um die Aufarbeitung der Geschichte, die gerade zu Beginn der Entstehung selbstständiger evangelisch-lutherischer Kirchen 1817/1830 und später schmerzliche Wunden geschlagen haben. 2017 feiern evangelisch-lutherische Kirchen nicht nur das 500-jährige Reformationsjubiläum. Vielmehr werde auch der Einführung der Union zwischen lutherischer Kirche und reformierter Tradition zu einem neuen Kirchentypus - der evangelischen Unionskirche - gedacht. Die Verfolgung der Altlutheraner, ihre Vertreibung aus ihren Kirchen, ihre Flucht aus Preußen vor Repressalien nach Australien, Kanada und in die USA sowie die Mitschuld der damaligen preußischen Landeskirche werden zurzeit gemeinsam aufgearbeitet.

Grundlage ist dabei eine fast vergessene Predigt von Franz-Reinhold Hildebrandt (1906-1991), Präsident der Kirchenkanzlei der damaligen Evangelischen Kirche der Union, anlässlich der 150-Jahr-Feier der Union aus dem Jahr 1967. Dort heißt es: "Mit Beschämung bekennen wir, dass es bei der Durchsetzung der Union nicht an Anwendung von Gewalt gefehlt hat. Jener Weihnachtsabend des Jahres 1834 in dem schlesischen Dorf Hönigern im Kreise Namslau diente nicht der Auferbauung des Leibes Christi. Mit Kolbenstößen von Soldaten, gewaltsamen Öffnen von Kirchentüren und Verhaftungen von Pfarrern, wie es damals geschah lud unsere Kirche eine Schuld auf sich, die noch heute nachwirkt. Und wenn Schuld allein durch Vergebung bedeckt werden kann, so wollen wir diesen Tag nicht vorbeigehen lassen, ohne unsere altlutherischen Brüder um solche Vergebung zu bitten." Bischof Voigt wies darauf hin, dass sich die erwähnten Ereignisse in Hönigern zu Weihnachten in diesem Jahr zum 180. Mal jähren.

Zum anderen haben Gespräche mit dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen in Rom stattgefunden. Neben Bischof Voigt nahmen auch Prof. Dr. Werner Klän (Oberursel) und weitere Vertreter des Internationalen Lutherischen Rates (ILC), zu der die SELK gehört, teil, unter ihnen Rev. Albert Colver III. von  der Lutheran Church Missouri Synod, einer Schwesterkirche der SELK. Diese Gespräche werden im kommenden Jahr in eine strukturiert-systematische Phase übergehen.

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