Bischof Einārs Alpe mit Pröpsten zu Gast in St. Marien Schone Alpe

Mit seinen Pröpsten und deren Ehefrauen war Bischof Einārs Alpe (Foto rechts) von der Diözese Daugavpils (deutsch: Dünaburg) der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands zu Besuch im Gästehaus der St. Mariengemeinde Berlin-Zehlendorf. Am Montag, dem 9. Dezember 2019, kam es mit einigen Gemeindegliedern, Bischof i.R. Dr. Jobst Schöne D.D. (Foto links) und Pfarrer Markus Büttner zu einer Begegnung mit der lettischen Delegation.

Bischof Alpe berichtete aus seiner Diözese und den Herausforderungen vor die er, seine Pröpste, die Kirchengemeinden mit ihren Pfarrern gestellt sind. Die Diözese Daugavpils liegt im Vier-Länder-Eck zwischen Russland, Weißrussland, Litauen, Estland. Geprägt ist diese Diözese von der Diaspora. Evangelisch-Lutherische Christen sind dort in der Minderheit. Russisch-orthodoxe und römisch-katholische Christen sowie Konfessionslose stellen die deutliche Mehrheit. Gleichfalls ist die Gegend dort nur wenig besiedelt. Menschen verlassen die ländlichen Regionen und siedeln in die größeren Städte über. Problematisch ist auch die geistliche Versorgung der Landgemeinden, da es an Pfarrern fehlt. Die verbliebenen Pfarrer versorgen daher meist mehrere Kirchgemeinden. Auch Bischof Alpe hat eine Vakanz übernommen. Die Pröpste üben ihr leitendes geistliche Amt im Nebenamt aus, betreuen somit auch selbst mehrere Kirchengemeinden. Auf Nachfrage erklärte einer der Pröpste, dass die größte Herausforderung die Weitergabe des Evangeliums sei. Anschließend berichteten die Glieder der Mariengemeinde über unsere Kirche und Gemeinde. Der Abend ging mit einer Kirchenführung durch die Marienkirche und einer kleinen Andacht, die Pfarrer Markus Büttner gehalten hat, zu Ende. Die Diözese Daugavpils gehört zur Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands, mit der die SELK partnerschaftlich verbunden ist. Zu dieser Diözese gehören fünf Propsteien, mit je einem Propst als leitenden Geistlichen an der Spitze. (MB)

Mit Taufen ins neue Kirchenjahr - Erwachsenentaufen in Berlin-Wedding am 1. Advent Superintendent Brueckmann f

Am 1. Sonntag im Advent, dem Beginn des neuen Kirchenjahres, feierte die Evangelisch-Lutherische Augustana-Gemeinde Berlin-Wedding (SELK) in ihrem Gottesdienst die heilige Taufe von zwei erwachsenen Frauen, die aus Deutschland und dem Iran stammen. Statt einer Predigt hielt Superintendent Peter Brückmann (Foto|Archiv), der Gemeindepfarrer, eine Taufansprache. Unterstützung erhielt der Gemeindepfarrer durch den Persisch sprechenden Pfarrdiakon Dr. Frank Keidel. An der Orgel begleitete Ute Brückmann den Gemeindegesang in der gut besuchten Kirche.

Die Täuflinge, begleitet von ihren Taufpaten Frank Keidel und Renate Rudolph, erhielten nach der Taufe ihre Taufkerzen, die von der Gemeinde überreichten Bronzekreuze mit Kette und ihre Taufurkunden aus den Händen des Gemeindepfarrers. Nach dem Gottesdienst wurde ein Mittagessen, von Reinhard Rudolph vorbereitet, im großen Gemeindesaal für mehr als 50 Gäste angeboten; bei Kaffee, Kuchen und Weihnachtsgebäck klang der Festtag aus. (MB/SN)

Festwochenende zum 1. Advent in Berlin-Zehlendorf : 60-jähres Ordinationsgedenken von Bischof Dr. SchöneBischof Dr Schoene

Die Evangelisch-Lutherische St. Mariengemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Berlin-Zehlendorf feierte am vergangenen Wochenende gleich mehrfach.

Am 30. November öffneten sich am frühen Nachmittag die Tore von „Allerlei zum Advent“. Es ist auch ein Adventsbasar, wo ein „Cookie-Walk“ zum Kauf von selbstgebackenen Keksen eingeladen hat und Adventsgestecke angeboten wurden. Aber auch eine gemütliche Kaffeestube mit vielen selbstgebackenen Leckereien sowie herzhaften Köstlichkeiten wartete auf die Besucher. Am späteren Nachmittag wurde aus dem selbst zusammengestellten Advents- und Weihnachtsheft, St. Marien singt, kräftig unter der Pianobegleitung von Annette Lossin gesungen. Das adventlich-weihnachtliche Singen bildete zwar den Abschluss von Allerlei zum Advent, das vom Veranstaltungsteam der Mariengemeinde wieder liebevoll vorbereitet wurde.

Die Feierlichkeiten wurden dann aber in der Kirche mit einem Festgottesdienst in der Marienkirche fortgesetzt. Denn am 30. November, dem Gedenktag des Apostels St. Andreas, wurde Bischof i.R. Dr. Jobst Schöne, D.D. (Foto|Archiv) vor 60 Jahren in der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde „Zum Heiligen Kreuz“ (SELK) in Berlin-Wilmersdorf durch Kirchenrat Lic. Matthias Schulz zum Amt der Kirche ordiniert. Der 88-jährige Jubilar predigte selbst und fungierte sowohl als Liturg als auch als Zelebrant. Das Gedächtnis der Ordination nahm sein Gemeindepastor, Pfarrer Markus Büttner, vor. Die Festgemeinde war nach dem Abendmahlsgottesdienst zum Empfang eingeladen.

Während des Empfangs sprach Kirchenrat Florian Wonneberg, selbst Gemeindeglied der Mariengemeinde, ein Grußwort namens der Kirchenleitung überbrachte die herzlichsten Segenswünsche des leitenden Gremiums der SELK. Hierbei dankte er Bischof Schöne für seinen Dienst und überreichte seiner Frau Ingrid Blumen als Dank.

Pfarrer Markus Büttner stellte sein Grußwort unter das Wort aus der Bibel (Psalm 26,8): Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt. „Im Gottesdienst schlägt ihr Herz!“, so Büttner. Bischof i.R. Schöne nimmt bis heute trotz seines Alters Vertretungsgottesdienste nicht nur in der St. Mariengemeinde Berlin-Zehlendorf, sondern auch in anderen Kirchengemeinden der SELK in Berlin und Potsdam sehr regelmäßig wahr. Auch werde sein Rat als Seelsorger und Ansprechpartner nach wie vor gern in Anspruch angenommen.

„Das machen Sie, weil Jesus Christus Sie in den Dienst genommen hat, gesegnet, geordnet und gesandt eben das zu tun, was Arbeiter im Weinberg Gottes zu tun aufgetragen ist.“ – so sein Gemeindepfarrer. Büttner verwies auf die unterschiedlichen Funktionen, die Bischof i.R. während seiner aktiven Zeit inne hatte; Gemeindepfarrer der Mariengemeinde Zehlendorf, Superintendent des Kirchenbezirks Berlin-West und dann Bischof der SELK. „Gott sei Dank dafür! Ihnen sei gedankt für diesen Dienst, aber auch Ihrer lieben Frau Ingrid, die bis heute an Ihrer Seite diesen Dienst mitträgt. Der Dank gilt aber auch den Kindern, Oliver, Agnes und Dorothea, die ihren Vater mit der Gemeinde und Kirche geteilt haben.“

Mit einem Augenzwinkern schloss Büttner sein Grußwort: „60 Jahre Ordination heißt, dass Sie frühestens in 3 Jahren in den Frühruhestand gehen dürfen. Denn noch Ordnung unserer Kirche ist der Frühruhestand erst mit 63 Jahren möglich… ich weiß es sind Lebens- und nicht Dienstjahre. Wir möchten zum Ausdruck bringen, dass wir Ihren Dienst, den Sie unter uns bis auf den heutigen Tag tun, sehr gern annehmen…. Der Dreieinige Gott segne Sie weiterhin, er schenke Ihnen Kraft und Gesundheit, Liebe und Hoffnung. ER geleite Sie durch diese Zeit zu sich in seine ewige Herrlichkeit…. letzteres möge noch nicht so schnell eintreten.“ Anschließend übergab Pfarrer Büttner dem Jubilar und seiner Frau ein Geschenk der Mariengemeinde, ein Wochenende in Tangermünde, sowie Blumen für Frau Schöne.

„Ich freue mich und bin dankbar in dieser Gemeinde zu sein!“, so Schöne in seiner Dankesrede. Er sei überrascht, dass so viele gekommen seien, um mit ihm diesen Tag zu begehen.

Am darauffolgenden 1. Adventssonntag feierte die St. Mariengemeinde mit einem Festgottesdienst den Beginn des neuen Kirchenjahres. Anschließend blieben die Gottesdienstbesucher noch zum adventlichen Mittagessen und gemeinsamen Singen zusammen. Es war ein erlebnisreiches und schönes Wochenende. Allen, die bei den verschiedenen Veranstaltungen mitgewirkt haben, sei ganz herzlich gedankt! (MB)

Pfarrkonvent Berlin-Brandenburg tagte in Potsdam – Bischof i.R. Dr. Roth: Werbung für das Studium der Theologie Kirche Potsdam Altarraum

Zu seiner letzten Sitzung im laufenden Jahr trat der Pfarrkonvent des Kirchenbezirks Berlin-Brandenburg in der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in den Räumen der Evangelisch-Lutherischen Christuskirche, Potsdam, am Dienstag, dem 5. November 2019, zusammen. Der Konvent begann mit einem Beicht- und Abendmahlsgottesdienst, in dem der Ortspastor, Pfarrer Christoph Schulze, als Liturg und Zelebrant fungierte, während Pfarrer Kirsten Burghardt Schröter (Pfarrbezirk Berlin-Marzahn / Angermünde) die Predigt hielt. Nach dem Gottesdienst begrüßte der Superintendent des Kirchenbezirks, Pfarrer Peter Brückmann, Berlin-Wedding, die Konventualen. Zugegen war letztmalig auch Pfarrer a.D. Johannes Kopelke, der mit Wirkung vom 1. November 2019 aus der SELK ausgetreten ist, um sich einer pfingstlerisch-charismatischen Gemeinschaft anzuschließen. Es war sein ausdrücklicher Wunsch sich aus dem Konvent zu verabschieden, dem er bis zu seinem Ausscheiden aus dem Dienst angehört hat. Nachdem sich Herr Kopelke verabschiedet hatte, informierte Superintendent Brückmann die Konventualen aus dem Kollegium der Superintendenten und dem Beirat des Kirchenbezirks. Anschließend führte Pfarrer Hinrich Brandt, Greifswald, in den 2. Korintherbrief, Kapitel 5, Verse 1-10, ein. Diese Arbeitseinheit dient der eigenen Stärkung durch Gottes Wort, dem brüderlichen Austausch und der Predigtvorbereitung.

Als Hauptreferenten für den Konventstag konnte Bischof i.R. Dr. Diethardt Roth, Melsungen, gewonnen werden, der über das Thema der Nachwuchsgewinnung für das Theologiestudium referierte. Zunächst führte der emeritierte leitende Geistliche der SELK den Ist-Zustand vor Augen. Die finanziellen Mittel der SELK sind eingeschränkt, da sie sich allein aus Kirchenbeiträgen und Spenden ihrer Glieder finanziert. Die jährlichen Statistiken weisen einen Rückgang der Gliederzahlen aus. Auch Pfarrer verlassen die SELK vor dem Eintritt in den Ruhestand. Lediglich 9 Theologiestudierende stehen auf der Liste der Kirchenleitung, so Roth. Diese Zahl reiche bei Weitem nicht aus den personellen Bedarf an Pfarrern in den kommenden Jahren zu decken. Er vermisse eine offensive Werbung für das Theologiestudium auf allen Kanälen in seiner Kirche.

In einem zweiten Punkt führte Bischof i.R. Dr. Roth aus, wie seiner Kenntnis nach andere Kirchen mit der Herausforderung des Pfarrermangels umgehen. Auch wenn die finanzielle Seite aufgrund der Teilnahme am Kirchensteuereinzugssystems erfreulicher aussehe, stelle er dennoch fest, dass im Raum der evangelischen Kirche dennoch Theologiestudierende fehlen. Auch die geübte Praxis der Frauenordination in den Gliedkirchen der EKD führe nicht zu einer besseren Personallage. Grundsätzlich stelle er aber eine Ökonomisierung der Kirche fest. Auch sei der Pfarrberuf schlechter angesehen als noch vor Jahren. Dennoch erkenne Bischof Roth aber, dass die evangelischen Kirchen sehr professionell an die Werbung für ein Theologiestudium gingen. Er nannte unter anderem Internetseiten, die für ein Studium der evangelischen Theologie werben und sehr gut gemacht seien. Auch die Nutzung von Social Media sei nötig, um Nachwuchs für den Pfarrberuf zu gewinnen und werde von der evangelischen Kirche gut genutzt.

In einem dritten Punkt nahm Roth die Konventualen mit in die Kirchengeschichte der Evangelisch-Lutherischen Kirche Preußens – den Altlutheranern – einer Vorgängerkirche der SELK hinein. Auch im 19. Jahrhundert litt die altlutherische Kirche sowohl unter fehlenden finanziellen Mitteln als auch unter zu wenigen Pfarrern. Sie forderte ihre Glieder und die Pfarrer zum Gebet gemäß Matthäus 9,37-38 auf: Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende. Des Weiteren wird damals schon festgestellt, dass der Dienst des Pfarrers nicht geschätzt werde. Um dem entgegenzuwirken beschloss das Oberkirchencollegium der Altlutheraner die Pfarrgehälter zu erhöhen. Es wurde erkannt, dass ökonomische Gründe zum Rückgang der Pfarrer im Gemeindedienst geführt habe. Weiterhin gründeten die Altlutheraner einen Fonds für diejenigen, die Theologie studieren wollten. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg musste der damalige leitende Geistliche der Altlutheraner 1947, Oberkirchenrat Günther, feststellen, dass es eine große Not gebe die Gemeinden mit Pfarrern zu versorgen. Roth schloss als Fazit daraus, dass es stets einen Pfarrermangel gegeben habe, was aber nicht beruhigen dürfe.

In einem vierten Punkt benannte er die Herausforderungen für die SELK, um dem Pfarrermangel zu begegnen. Hierbei verwies er auf das Gebet, dass der Herr Arbeiter in seine Ernte sende. Denn der Herr selbst hat diese Bitte den Jüngern aufgetragen. Es gälte Gebetsvorschläge zu erarbeiten und Pfarrern sowie Gemeindegliedern zur Verfügung zu stellen. Zudem ermutigte er die zuhörenden Pfarrer auch über das Amt der Kirche – und damit auch über das Theologiestudium – zu predigen. Gefordert seien aber auch die Familien. Werbung für das Theologiestudium beginne in den Familien, sollte auch seinen Ort im Kindergottesdienst, im Konfirmandenunterricht, in der Jugend- und Erwachsenenarbeit haben. Zudem merkte Roth kritisch an, ob das vorherrschende Pfarrbild nicht überdacht gehöre. Jeder Pfarrer habe sich zu fragen, ob er Vorbild sei und die ihm anvertrauten Menschen, die Barmherzigkeit Gottes durch den Pfarrer wahrnehmen könnten. Geradezu als Beichtspiegel mahnte er zu fragen, wie über Kirche, Gemeinde, Pfarrer und Gemeindeglieder gesprochen werde. Ihm gehe es um ein wertschätzendes Miteinander, sodass sich jeder zu fragen habe, ob er für die Kirche auch dankbar sein könne. Roth regte an, ansprechende und moderne Internetformate zu entwickeln, die professionell gestaltet und betreut werden. Hier sehe er ein enormes Entwicklungspotential für die SELK, da ihr eine solche professionelle Werbung für das Theologiestudium auf allen Ebenen fehle. Selbst auf der Hauptseite der SELK fehle Werbung für das Theologiestudium. Die Kirche solle, so sein Rat, in Menschen investieren, die bereit sind das Studium der Theologie aufzunehmen. In einem abschließenden fünften Punkt fasste Bischof i.R. Dr. Roth seine Vorschläge in Form von Thesen zusammen. Der Konvent dankte dem Referenten für seine Ausführungen. Eine anregende Diskussion schloss sich an. Die Konventualen brachten auch eigene Ideen ein, um für das Theologiestudium zu werben und die Pfarrer zu stärken, wie die Einrichtung eines Personalreferenten, moderne Personalführung und Personalmanagement.

Im Anschluss befassten sich die Pfarrer des Konvents mit Kirchenbezirksinterna. Mit Dank an die gastgebende Gemeinde Potsdam und dem Reisesegen ging der Konvent zu Ende. (MB)

Verletzung der Religionsfreiheit thematisiert - Pfarrer Martens zu Gast bei USA-Boschafter Martens US Botschafter

Am 4. November 2019 war Pfarrer Dr. Gottfried Martens D.D. von der Evangelisch-Lutherischen Dreieinigkeits-Gemeinde Berlin-Steglitz der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) auf Einladung des Botschafters der USA in der Bundesrepublik Deutschland, Richard Grenell, zu einem Gespräch zur Nachbereitung des Ministerial to Advance Religious Freedom in Washington in der Botschaft der USA in Berlin zu Gast. Martens hatte im Sommer an dem Konferenz teilgenommen. An dem Gespräch in Berlin nahmen neben weiteren Botschaftsvertretern auch der Beauftragte der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, Markus Grübel, und ein Vertreter des Bundesaußenministeriums teil.

Bei dem Gespräch war es möglich, ausführlich das Thema der Verletzung der Religionsfreiheit konvertierter christlicher Flüchtlinge in Deutschland anzusprechen, wie es die Kirchengemeinden in Berlin und Brandenburg - anders als teilweise Gemeinden in anderen Bundesländern - in ihrer Arbeit unter Geflüchteten immer wieder erleben. Er habe "von der willkürlichen Entscheidungspraxis des Bundesamtes für Migration und Flüchtlingen (BAMF) und der Verwaltungsgerichte" berichten können, so Martens auf der Facebook-Seite seiner Gemeinde. Für den US-Botschafter sei diese Problematik "ganz neu" gewesen: "Dass sich staatliche Stellen hier in Deutschland anmaßen, die Tiefe des Glaubens eines Menschen zu vermessen, und darauf Abschiebebescheide basieren lassen, hatte er sich vorher nicht vorstellen können." Martens bat den US-Botschafter, sich dafür einzusetzen, dass solche Verletzung der Religionsfreiheit konvertierter Christen ein Ende finde.

Gerade jüngst habe er eine solche Verletzung wieder erlebt, so Martens, als eine Verwaltungsrichterin in ihrem Urteil erklärt habe, es sei für sie nicht nachvollziehbar, warum der Empfang des Leibes und Blutes Christi für einen christlichen Konvertiten so wichtig sei; den christlichen Glauben habe sie stattdessen als moralisches Wertesystem definiert. Der Staat entscheide darüber, was christlich sei und was nicht. Die Folgen seien jedoch gefährlich, so der Steglitzer Pfarrer: Den konvertierten Christen drohe bei einer Abschiebung in ihr Heimatland nicht weniger als der Tod. Es bleibe zu hoffen, dass auch dieses Gespräch in der US-Botschaft dazu beigetragen habe, das Problem der Verletzung der Religionsfreiheit konvertierter Christen in Deutschland einer breiteren Öffentlichkeit bewusst zu machen und auch auf politischer Ebene zu einem Nachdenken zu führen. (SN/MB)

SELK


 

 

Superintendentur


 

Superintendent Peter Brückmann

Usedomer Straße 11

13355 Berlin

Telefon: 030-92 36 12 66

wedding@selk.de