Einkehrkonvent in Heiligengrabe – Gesangbuchvorentwurf II war Thema

Vom 26. bis 28. August 2014 ist der Pfarrkonvent des Kirchenbezirks Berlin-Brandenburg in der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Heiligengrabe (Ostprignitz) zusammengetreten. Einmal jährlich treffen sich die Konventualen zu einem mehrtägigen Einkehrkonvent. Im Kloster Stift Heiligengrabe war Gelegenheit neben den thematischen Einheiten zum Gespräch und Austausch.

Als Gast war an zwei Konvents-Tagen Oberkirchenrat i.R. Dr. theol. habil. Werner Führer eingeladen. Führer gehörte bis 2007 der Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe an. In seinem ersten Referat, Demokratie in der Kirche, setzte er sich mit den demokratischen Strukturen innerhalb der Kirche – besonders der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) – auseinander. Sein zweites Referat stand im Zeichen der Exegese von 1. Korinther 8,6.

Neben den beiden theologischen Referaten befassten sich die Teilnehmer des Konvents mit dem Vorentwurf II des neuen Gesangbuchs der Gesangbuchkommission der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche. Einstimmig plädieren die Konventualen dafür die Revision der Lutherbibel, die 2017 herausgegeben werden soll, und die Überarbeitung der Perikopenordnung, die 2018 erscheinen wird, abzuwarten. Eine kritische Durchsicht und der geordnete Weg, wie in er nach den kirchlichen Ordnungen der SELK vorzunehmen gefordert ist, müsse sich anschließen. Die Überarbeitung dieser beiden Revisionen, so die Konventualen, hätte direkten Einfluss auf die Texte im neuen Gesangbuch, wie die Introiten, Psalmentexte und Lesungen. Die Konventsteilnehmer schlagen vor, dass in geeigneter Weise die neuen Lieder, Introiten und Tagzeitengebete, im Vorentwurf II des neuen Gesangbuchs den Gemeinden der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen zur Erprobung zur Verfügung gestellt werden.

Das Thema Öffentlichkeitsarbeit, gerade auch im Hinblick auf den Evangelischen Kirchentag in Berlin 2017, beschäftige den Konvent. Eine Arbeitsgruppe ist eingesetzt worden. Als Koordinator ist Pfarrer Markus Büttner, Berlin-Zehlendorf, Beauftragter des Kirchenbezirks Berlin-Brandenburg für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit benannt worden. Ein Beicht- und Abendmahlsgottesdienst, sowie Andachten, prägten die Tage. Ein Museumsbesuch in Wittstock an der Dosse über den 30-jährigen Krieg gehörte ebenso zum Programm.

Zum Kirchenbezirk Berlin-Brandenburg gehören Gemeinden aus Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit insgesamt rund 3300 Gemeindegliedern, die von zwölf Pfarrern versorgt werden.

An lettischem Kirchentag teilgenommen - SELK: Berliner Partnerschaftsbesuch in Lettland

Eine 18-köpfige Gruppe aus der St. Marien-Gemeinde Berlin-Zehlendorf der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) ist kürzlich für eine Woche in Lettland gewesen, um ihre Partner-Gemeinde zu besuchen und am Kirchentag der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands (ELKL) teilzunehmen. Die Leitung lag bei Pfarrer Markus Büttner und SELK-Bischof i.R. Dr. Jobst Schöne, D.D. In Lettland wurde die Gruppe von Propst Andris Kraulins empfangen und betreut.

Die Sehenswürdigkeiten Rigas begeisterten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ebenso wie die Gastfreundschaft der lettischen Glaubensgeschwister. Beim Besuch des lettischen Kirchentages in Cēsis bot sich Gelegenheit, ausführlich von Erzbischof Janis Vanags über die Lage der lutherischen Kirche informiert zu werden. Sie erholt sich langsam von den wirtschaftlichen Nöten, in die sie durch die Finanzkrise gekommen war, leidet aber vor allem unter der Entvölkerung der Landgemeinden, die eine dramatische Abwanderung in die größeren Städte und ins Ausland hinnehmen müssen. Der Erzbischof betonte die theologische Geschlossenheit seiner Kirche und ihrer durchweg sehr jungen Pfarrerschaft. Für das Gespräch mit den deutschen Gästen nahm er sich über eine Stunde Zeit.

Zum Abschlussgottesdienst des Kirchentages wurden Büttner und Schöne eingeladen, gemeinsam mit den lettischen Pfarrern und ihren Bischöfen zum Gottesdienst unter freiem Himmel einzuziehen und an der Sakramentsausteilung teilzuhaben. Die SELK und die ELKL stehen in einer offiziell vereinbarten partnerschaftlichen Beziehung.

Feste feiern, wie sie fallen – Petra Pau hält die Festrede beim Sommerfest in Marzahn

Beim Sommerfest der Missionsgemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Berlin-Marzahn am 7. September wird die Bundestagsabgeordnete Petra Pau (Die Linke), Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, die Festrede halten. Gleich drei Gründe machen das Sommerfest der Marzahner SELK-Gemeinde zu einem besonderen Ereignis: Zum einen kann das Bedürftigen-Hilfe-Projekt "Laib und Seele" auf sein zehnjähriges Bestehen in der Gemeinde zurückblicken. Zum anderen wird Pfarrer Hugo Gevers (Leipzig), der in den vergangenen Jahren die Vakanzvertretung übernommen hatte, verabschiedet. Und schließlich hat der neue Pfarrbezirk Angermünde/Berlin-Marzahn mit Pfarrer Kirsten Burghard Schröter einen neuen Pastor: Schröter ist von Superintendent Peter Brückmann (Berlin-Wedding) am 6. Juli in Angermünde in die Pfarrstelle eingeführt worden. Das Sommerfest dient nun der Vorstellung in Berlin-Marzahn.

Ein reichhaltiges Programm erwartet die Besucher. Um 11 Uhr beginnt ein Fest- und Dankgottesdienst. Um 12.30 Uhr eröffnet Bezirksbürgermeister Stefan Komoß das Sommerfest. Die Festrede ab 13 Uhr wird Petra Pau halten. Die Mitwirkung haben verschiedene ortsansässige Vereine wie der 1. FC Marzahn 94 e.V. und Organisationen wie die Jugend-Freizeiteinrichtung "FAIR" und der Jugendclub "Mädchen mobil" zugesagt. Aktionen für Kinder werden vorbereitet und für das leibliche Wohl wird gesorgt sein.

Lutherischer als in Deutschland
SELK: Robert Kolb referierte in Berlin

"Wenn man nach den Prozentzahlen rechnet, ist Namibia mit etwa 40 Prozent der Bevölkerung in lutherischen Kirchen schon ,lutherischer' als Deutschland." - Prof. em. Dr. Robert Kolb (Concordia Theological Seminary St. Louis/USA der Lutherischen Kirche-Missouri Synode und Lutherische Theologische Hochschule Oberursel der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche | SELK) nutzte dieses Beispiel zur Veranschaulichung, dass sich im 21. Jahrhundert "die Landkarte des Luthertums" verändert hat und weiter verändert. In seinem Vortrag "Wie ein Platzregen irgendwohin. Das Evangelium geht jetzt in den Süden", den er auf Einladung der Lutherischen Kirchenmission (Bleckmar) der SELK am 16. Juli im Gemeindezentrum der St. Mariengemeinde der SELK in Berlin-Zehlendorf hielt, stellte er auch das Buch "Kontinentalverschiebung des Glaubens" von Lamin Sanneh (http://www.edition-ruprecht.de/katalog/titel.php?id=401) vor, das im SELK-Partnerverlag Edition Ruprecht erschienen ist.

Kolb erinnerte daran, dass sich die lutherische Reformation schon in den ersten Jahrzehnten nicht nur über Landes-, sondern auch über Sprachgrenzen ausbreitete, zum Beispiel durch lutherische Missionare in Island und Nordamerika. Die älteste noch bestehende außereuropäische Kirche wurde 1706 in Südostindien durch die lutherischen Missionare Bartholomäus Ziegenbalg und Heinrich Plütschau gegründet. Diese "kleinen Schwestern" der europäischen und nordamerikanischen Kirchen seien nun "groß" geworden, aber: "Wie gewöhnen wir uns daran, ihnen nicht nur etwas zu sagen, sondern ihnen auch zuzuhören?" Das schließt auch die kritischen Anfragen dieser Kirchen an Kernaussagen lutherischer Theologie ein.

Kolb berichtete von einem Gespräch mit einem lutherischen Pastor aus einem afrikanischen Land, der meinte, dass die Rechtfertigungslehre in seiner Kirche keine Rolle spiele. Nach einem seufzenden "Das war nicht die Antwort, die ich hören wollte." wandte sich Kolb an die Zuhörerschaft: "Sie wissen bestimmt alle aus dem Kopf, wo in Luthers Kleinem Katechismus der Begriff ,Rechtfertigung' vorkommt." Die Antwort steuerte der Referent gleich selbst bei: "überhaupt nicht". In das Gelächter der Zuhörerinnen und Zuhörer hinein erklärte Kolb: "Luther selbst hat die Rechtfertigungslehre in verschiedenen Weisen ausgedrückt, vor allem mit dem Begriff von Befreiung."

Hörgenuss als nachdenkenswerte Predigt
SELK: Kindermusical in Wilmersdorf

Zehn Kinder im Alter von 3 bis 11 Jahren begeisterten am 13. Juli 2014 mit ihrem Einsatz bei der Aufführung eines Kindermusicals in der Gemeinde "Zum Heiligen Kreuz" der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Berlin-Wilmersdorf. In einem auch von vielen jungen Familien gut besuchten Gottesdienst führten sie ein biblisches Singspiel über den Propheten Jona auf, der von Gott nach Ninive geschickt wurde, die Menschen zur Umkehr aufzufordern. Jona indes ging eigene Wege und mochte seinen Auftrag nicht ausführen.

Mit viel Fantasie gingen Kinder aus den Gemeinden Potsdam, Wedding und Wilmersdorf ans Werk. Begleitet durch Klavier und Gitarre entfalteten sie das Singspiel zu einem harmonischen Ganzen. Solo-Einlagen zweier Mitwirkender trugen zum Gelingen bei. Eingängige Melodien, die sich zu wahren Ohrwürmern entwickelten, eng am biblischen Text orientierte Liedtexte, abgewechselt durch erzählerische Texte, die auf das Fazit zielten, dass "Jesus auch heute lebt und den Menschen einen sicheren Grund gibt", ließen das Musical nicht nur zu einem Hörgenuss, sondern auch zu einer nachdenkenswerten Predigt werden.

So erlebte die begeisterte Gemeinde, dass Musicals eine gute Möglichkeit sind, Kinder und Erwachsene gleichermaßen mit biblischen Geschichten und Texten vertraut zu machen.

SELK


 

 

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