Feste feiern, wie sie fallen – Petra Pau hält die Festrede beim Sommerfest in Marzahn

Beim Sommerfest der Missionsgemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Berlin-Marzahn am 7. September wird die Bundestagsabgeordnete Petra Pau (Die Linke), Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, die Festrede halten. Gleich drei Gründe machen das Sommerfest der Marzahner SELK-Gemeinde zu einem besonderen Ereignis: Zum einen kann das Bedürftigen-Hilfe-Projekt "Laib und Seele" auf sein zehnjähriges Bestehen in der Gemeinde zurückblicken. Zum anderen wird Pfarrer Hugo Gevers (Leipzig), der in den vergangenen Jahren die Vakanzvertretung übernommen hatte, verabschiedet. Und schließlich hat der neue Pfarrbezirk Angermünde/Berlin-Marzahn mit Pfarrer Kirsten Burghard Schröter einen neuen Pastor: Schröter ist von Superintendent Peter Brückmann (Berlin-Wedding) am 6. Juli in Angermünde in die Pfarrstelle eingeführt worden. Das Sommerfest dient nun der Vorstellung in Berlin-Marzahn.

Ein reichhaltiges Programm erwartet die Besucher. Um 11 Uhr beginnt ein Fest- und Dankgottesdienst. Um 12.30 Uhr eröffnet Bezirksbürgermeister Stefan Komoß das Sommerfest. Die Festrede ab 13 Uhr wird Petra Pau halten. Die Mitwirkung haben verschiedene ortsansässige Vereine wie der 1. FC Marzahn 94 e.V. und Organisationen wie die Jugend-Freizeiteinrichtung "FAIR" und der Jugendclub "Mädchen mobil" zugesagt. Aktionen für Kinder werden vorbereitet und für das leibliche Wohl wird gesorgt sein.

Lutherischer als in Deutschland
SELK: Robert Kolb referierte in Berlin

"Wenn man nach den Prozentzahlen rechnet, ist Namibia mit etwa 40 Prozent der Bevölkerung in lutherischen Kirchen schon ,lutherischer' als Deutschland." - Prof. em. Dr. Robert Kolb (Concordia Theological Seminary St. Louis/USA der Lutherischen Kirche-Missouri Synode und Lutherische Theologische Hochschule Oberursel der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche | SELK) nutzte dieses Beispiel zur Veranschaulichung, dass sich im 21. Jahrhundert "die Landkarte des Luthertums" verändert hat und weiter verändert. In seinem Vortrag "Wie ein Platzregen irgendwohin. Das Evangelium geht jetzt in den Süden", den er auf Einladung der Lutherischen Kirchenmission (Bleckmar) der SELK am 16. Juli im Gemeindezentrum der St. Mariengemeinde der SELK in Berlin-Zehlendorf hielt, stellte er auch das Buch "Kontinentalverschiebung des Glaubens" von Lamin Sanneh (http://www.edition-ruprecht.de/katalog/titel.php?id=401) vor, das im SELK-Partnerverlag Edition Ruprecht erschienen ist.

Kolb erinnerte daran, dass sich die lutherische Reformation schon in den ersten Jahrzehnten nicht nur über Landes-, sondern auch über Sprachgrenzen ausbreitete, zum Beispiel durch lutherische Missionare in Island und Nordamerika. Die älteste noch bestehende außereuropäische Kirche wurde 1706 in Südostindien durch die lutherischen Missionare Bartholomäus Ziegenbalg und Heinrich Plütschau gegründet. Diese "kleinen Schwestern" der europäischen und nordamerikanischen Kirchen seien nun "groß" geworden, aber: "Wie gewöhnen wir uns daran, ihnen nicht nur etwas zu sagen, sondern ihnen auch zuzuhören?" Das schließt auch die kritischen Anfragen dieser Kirchen an Kernaussagen lutherischer Theologie ein.

Kolb berichtete von einem Gespräch mit einem lutherischen Pastor aus einem afrikanischen Land, der meinte, dass die Rechtfertigungslehre in seiner Kirche keine Rolle spiele. Nach einem seufzenden "Das war nicht die Antwort, die ich hören wollte." wandte sich Kolb an die Zuhörerschaft: "Sie wissen bestimmt alle aus dem Kopf, wo in Luthers Kleinem Katechismus der Begriff ,Rechtfertigung' vorkommt." Die Antwort steuerte der Referent gleich selbst bei: "überhaupt nicht". In das Gelächter der Zuhörerinnen und Zuhörer hinein erklärte Kolb: "Luther selbst hat die Rechtfertigungslehre in verschiedenen Weisen ausgedrückt, vor allem mit dem Begriff von Befreiung."

Hörgenuss als nachdenkenswerte Predigt
SELK: Kindermusical in Wilmersdorf

Zehn Kinder im Alter von 3 bis 11 Jahren begeisterten am 13. Juli 2014 mit ihrem Einsatz bei der Aufführung eines Kindermusicals in der Gemeinde "Zum Heiligen Kreuz" der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Berlin-Wilmersdorf. In einem auch von vielen jungen Familien gut besuchten Gottesdienst führten sie ein biblisches Singspiel über den Propheten Jona auf, der von Gott nach Ninive geschickt wurde, die Menschen zur Umkehr aufzufordern. Jona indes ging eigene Wege und mochte seinen Auftrag nicht ausführen.

Mit viel Fantasie gingen Kinder aus den Gemeinden Potsdam, Wedding und Wilmersdorf ans Werk. Begleitet durch Klavier und Gitarre entfalteten sie das Singspiel zu einem harmonischen Ganzen. Solo-Einlagen zweier Mitwirkender trugen zum Gelingen bei. Eingängige Melodien, die sich zu wahren Ohrwürmern entwickelten, eng am biblischen Text orientierte Liedtexte, abgewechselt durch erzählerische Texte, die auf das Fazit zielten, dass "Jesus auch heute lebt und den Menschen einen sicheren Grund gibt", ließen das Musical nicht nur zu einem Hörgenuss, sondern auch zu einer nachdenkenswerten Predigt werden.

So erlebte die begeisterte Gemeinde, dass Musicals eine gute Möglichkeit sind, Kinder und Erwachsene gleichermaßen mit biblischen Geschichten und Texten vertraut zu machen.

Ökumenische Bratwurstaktion in Schwerin

Zum vierten Mal startete in Schwerin Anfang Juli die Aktion „On The Move - Kirche unterwegs". Durch das Verschenken von 3.100 Bratwürstchen und vegetarischen Burgern wollten sechs Gemeinden, darunter die Martin-Luther-Gemeinde der SELK, Menschen etwas von der Liebe Gottes spüren lassen. „Diesmal sind wir komplett im sozialen Brennpunkt eines Plattenbaus geblieben. Zudem hatten wir das Kindermobil von Pastor Achim Ullrich eingeladen, womit viele Kinder erreicht werden konnten", freut sich Pfarrer Johannes Kopelke von der örtlichen Kirchengemeinde der SELK.

Neues Pfarrhaus und neuer Pfarrer
SELK: Weihe und Einführung in Angermünde/Berlin-Marzahn

Das neu erbaute Pfarrhaus des neu gebildeten Pfarrbezirks Angermünde/Berlin-Marzahn der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) wurde am Samstag in Bernau bei Berlin durch Superintendent Peter Brückmann (Berlin-Wedding) geweiht. Das neue Pfarrhaus war nötig geworden, da das Pfarrhaus in Angermünde nur noch mit einem nicht zu vertretenden Aufwand hätte saniert werden können. Außerdem wäre Angermünde als gemeinsamer Pfarrsitz für beide Gemeinden mit weiten Wegen verbunden gewesen. Bernau liegt etwa auf halbem Weg zwischen Angermünde und Marzahn. Als Grundstock für das neue Haus diente der Verkaufserlös des Angermünder Pfarrhauses. Mithilfe engagierter Gemeindeglieder aus Angermünde wurde der Bau vollendet und seiner Bestimmung übergeben. Pfarrer Kirsten Burghard Schröter und seine Frau Tanja mit ihren beiden Kindern werden noch im Juli dorthin umziehen.

Brückmann und Schröter pflanzten im Garten vor der Terrasse ein Apfelbäumchen, das der Kirchenbezirk Berlin Brandenburg für den künftigen Pfarrsitz gestiftet hatte. „Dies möge ein Zeichen der Hoffnung für den neuen Pfarrbezirk wie auch für das Wohl der Pfarrfamilie sein", betonte der Superintendent. Am gestrigen Sonntag wurde Schröter, der bislang als Pfarrer der SELK in Wittingen tätig war, in Angermünde durch Brückmann in das Pfarramt des Pfarrbezirks einführt. Es assistierten Pfarrer Hugo Gevers (Leipzig), der als Vakanzpfarrer die Missionsgemeinde Berlin-Marzahn in den vergangenen Jahren betreut hat, und Pfarrer Matthias Krieser (Fürstenwalde), der mit der Vakanzvertretung der Angermünder Martinsgemeinde und der dazugehörigen Gottesdienstorte betraut gewesen ist.

Nach dem Einführungsgottesdienst wurden in der voll besetzten Martinskirche Grußworte aus der Ökumene und aus dem Bereich der SELK gesprochen. Dass Ökumene in Angermünde groß geschrieben wird, zeigte sich auch an der Gastfreundschaft der örtlichen landeskirchlichen St. Marienkirchengemeinde, die ihren Gemeindesaal für den anschließenden Empfang zur Verfügung gestellt hatte.

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