Einbruch in der Evangelisch-Lutherischen Paulusgemeinde NeuköllnPauluskirche

Einen Schreck erlebten die Gemeindeglieder der Evangelisch-Lutherischen Paulus-Gemeinde der SELK in Berlin-Neukölln, als sie am 28. Dezember 2014 zum Gottesdienst kamen: In ihre Kirche war eingebrochen worden. Dabei wurde der Stahlschrank mit den Abendmahlsgeräten entwendet. Da zudem ein Opferstock und die Büchertischkasse aufgebrochen worden seien, hätten der oder die Täter wohl auch in dem Schrank Geld vermutet, so Pfarrer Rainer Kempe. Andere sakrale Gegenstände sind nicht gestohlen worden.

Learning by heart: Bergpredigt - erster SELK-Pfarrer beteiligt sich

Pfarrer HillermannUnter dem Motto "Learning by heart: Bergpredigt. Luther Lernen zur Lutherdekade" rief der evangelische Pfarrer Gerhard Bauer (Kulmbach/Oberfranken) dazu auf, die Bergpredigt auswendig vorzutragen. 500 Rezitatoren wolle er bis zum Lutherjubiläum 2017 finden (weitere Imformationen: http://www.gottes-kinder.de/lutherlernen/). Am Gedenktag St. Stephanus stellte sich Pfarrer Johann Hillermann (Evangelisch-Lutherische Gemeinde Berlin-Mitte) der Herausforderung. Er rezitierte  als erster Pfarrer der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) im Rahmen dieser Aktion beim Empfang zu seinem 25-jährigen Ordinationsjubiläum nach dem Gottesdienst vor den anwesenden Gemeindegliedern, Gästen und Pfarrern die Bergpredigt nach der Lutherübersetzung aus dem Jahr 1545. Unter linguistischer "Kontrolle" meinte er, dass man die Bergpredigt in dieser Lutherübersetzung trotz ihres nicht ganz modernen Ausdrucks leicht verstehen konnte und sie ohne weiteres im Gottesdienst von der Kanzel hätte gehalten werden können. Hillermann ruft dazu auf, sich auch der Herausforderung zu stellen, mache das Auswendiglernen doch viel mehr mit einem selbst, als bloß das reine Lernen. Bis zu den erhofften 500 Teilnehmern fehlen noch einige; nach aktuellem Stand beteiligen sich erst 40 Freiwillige.

Weihnachten und Flüchtlinge – Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinden laden zu Gottesdiensten in Berlin einaaKrippe

Der Auftakt zu den Weihnachtsfeierlichten sind die Gottesdienste am Heiligen Abend, die mit der Christvesper beginnen. Evangelisch-Lutherische Gemeinden im Kirchenbezirk Berlin-Brandenburg der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche laden zu Christvespern, oft mit Krippenspielen, ein.

So bietet die Evangelisch-Lutherische St. Mariengemeinde Berlin-Zehlendorf, Riemeisterstraße 10-12, 14169 Berlin, um 15.30 Uhr eine Andacht für Kinder mit Krippenspiel an. Das Krippenspiel wird auch das Thema Flüchtlinge aufnehmen. Eine liturgische Vesper um 17.00 Uhr folgt. Um 22.00 Uhr wird Bischof em. Dr. Jobst Schöne D.D. einen Abendmahlsgottesdienst zur Heiligen Nacht zelebrieren.

Am 1. Weihnachtsfeiertag werden festliche Abendmahlsgottesdienste angeboten. So beginnt der Abendmahlsgottesdienst in St. Marien Berlin-Zehlendorf um 10.00 Uhr. Mitten in der Weihnachtszeit gedenken Evangelisch-Lutherische Gemeinden auch des ersten Märtyrers der Christenheit, Stephanus. Traditionell wird dies am 2. Weihnachtsfeiertag, dem 26.12. getan. In der Evangelisch-Lutherischen Dreieinigkeitskirche, Südendstraße 19/21 in Berlin-Steglitz wird gerade dieser Gottesdienst besonders gefeiert werden. Denn dort sind die Mehrheit der Gemeindemitglieder Flüchtlinge, die gemeinsam mit Pfarrer Dr. Gottfried Martens diesen Tag begehen werden. Dieser Gottesdienst beginnt um 10:30 Uhr und wird als Abendmahlsgottesdienst gefeiert.

Nicht wenige Christen fliehen auch zur Weihnachtszeit vor Verfolgung und Not. Manche haben Aufnahme in Deutschland gefunden. Sie sind mitten unter uns – auch in den Kirchengemeinden. In besonderer Weise wird ihr Schicksal im Mittelpunkt stehen. Denn auch Jesus selbst ist als Säugling mit seiner Familie vor Verfolgung und Tod nach Ägypten geflohen. Am Tag der unschuldigen Kinder, wie dieser Gedenktag heißt, wird am Sonntag, dem 28.12. dieser Flucht gedacht. Jesus selbst ist ein Flüchtling gewesen. Sich dieser Tatsache im Angesicht von wachsender Anfeindung gegen Flüchtlinge in Deutschland bewusst zu machen, ist ein Anliegen der Gottesdienste an diesem Tag. In der St. Mariengemeinde, Berlin-Zehlendorf beginnt er am 28.12.2014 um 10.00 Uhr unter Mitwirkung von Bischof Schöne.

Auch die Evangelisch-Lutherische Gemeinde "Zum Heiligen Kreuz" in der Nassausischen Straße 17-19 in Berlin-Wilmersdorf und die Evangelisch-Lutherische Kirche Berlin-Mitte in der Annenstraße 52/53 bieten Gottesdienste zum Weihnachtsfest an. Gemeindepfarrer Johann Hillmermann feiert am Gedenktag des Erzmärtyrers Stephanus sein 25-jähriges Ordinationsjubiliäum. Der gebürtige Südafrikaner, jetzt Deutscher Staatsbürger, vertritt die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche als Beauftragter am Sitz der Bundesregierung. Die Neuköllner Paulus-Gemeinde und die Augustana-Gemeinde Berlin-Wedding laden am 2. Weihnachtsfeiertag zu Singe-Gottesdiensten in ihre Kirche ein, während die Missionsgemeinde in Marzahn um 18.00 Uhr eine Andacht am Lagerfeuer feiert. Die Potsdamer Christusgemeinde feiert ihre Weihnachtsgottesdienste in ihrer schon weitgehend renovierten und denkmalgeschützten Kirche.

Gottesdienste mit Beichte und Feier des Heiligen Abendmahl zu Sylvester und Neujahr werden gleichfalls zu verschiedenen Uhrzeiten in den evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden angeboten.

Eine Gottesdienstübersicht finden Sie hier. Die ökumenisch verantwortete Datenbank für Weihnachtsgottesdienste ist abrufbar unter der Adresse www.weihnachtsgottesdienste.de.

Der Kirchenbezirk Berlin-Brandenburg der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche wird von Superintendent Peter Brückmann geleitet. Die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche arbeitet im Ökumenischen Rat der Kirchen Berlin-Brandenburg mit. Sie ist neben der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und einigen anderen Kirchen eine Trägerkirche des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

50 Jahre Ökumenismusdekret - Vertreter der SELK nahmen an Gedenkgottesdiensten in Bistümern teilPropst Gert Kelter, Görlitz, SELK

Am 21. November 1964 wurde während des 2. Vatikanischen Konzils das Ökumenismusdekret "Unitatis redintegratio" veröffentlicht. Aus diesem Anlass hatten die römisch-katholischen Bistümer in Deutschland Vertreter der Ökumene zu Gedenkgottesdiensten in die Bischofskirchen eingeladen.

Die als "ökumenische Gottesdienste" bezeichneten Wort- und Gebetsgottesdienste folgten einer von der deutschen römisch-katholischen Bischofskonferenz entworfenen Liturgie.

Das Ökumenismusdekret des 2. Vatikanums beschreibt die ökumenischen Positionen der römisch-katholischen Kirche. Obwohl es die traditionellen Positionen römisch-katholischen Selbstverständnisses festigt, "die wahre Kirche Jesu Christi zu sein, in der die ganze Fülle der Heilsmittel gegeben ist" (Kardinal Dr. Walter Kasper am 11.11.2004 zum 40. Jahrestag), enthält es auch für die damalige Zeit beeindruckend neue Einsichten. Christen anderer Konfessionen wird das "Christsein" aufgrund ihrer Taufe bescheinigt.

Das Ökumenismusdekret lässt freilich auch keinen Zweifel daran, dass die Ämter der aus der Reformation hervorgegangenen Kirchen aus römischer Perspektive nicht als vollgültig anerkannt werden und die Eucharistie-/Abendmahlsfeiern - etwa auch der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) oder anderer evangelischer Kirchen - "die ursprüngliche und vollständige Wirklichkeit (substantia) des eucharistischen Mysteriums nicht bewahrt haben". Diese und andere Positionen haben in der Vergangenheit immer wieder für Verstimmungen auf dem ökuemnischen Parkett gesorgt.

Dennoch ist das Ökumenismusdekret ein verheißungsvoller "Anfang" einer neuen ökumenischen Ausrichtung der römisch-katholischen Kirche.

Es hat unter anderem auch - mit jahrzehntelanger Verzögerung - dazu geführt, dass "Rom" mittlerweile auch innerhalb der aus der Reformation hervorgegangenen Kirchen und Gemeinschaften deutlich differenziert und nicht mehr pauschal vom "Protestantismus" spricht.

Eine Folge davon ist nicht zuletzt auch der bilaterale Dialog zwischen dem Vatikan und dem Internationalen Lutherischen Rat (ILC), zu dem auch die SELK gehört.

Auf Einladung der römischen Bischöfe nahmen am 21. November auch Vertreter der SELK an den Gedenkgottesdiensten teil, so etwa in Görlitz der Ökumenereferent der SELK, Propst Gert Kelter (Foto), in Speyer Pfarrer Scott Morrison und in Hildesheim Pfarrvikar Gottfried Heyn (Hannover).

Gegenüber selk_news sagte Kelter, er habe die Einladung zu diesem Gottesdienst angenommen, weil er darin einen Ausdruck gegenseitiger geschwisterlicher Wahrnehmung, Wertschätzung und Verbundenheit erkannt habe. Kelter: "Ich habe dem Görlitzer Bischof Ipolt gesagt: ,Die Teilnahme an diesem Gottesdienst fiel mir so leicht, wie es römisch-katholischen Bischöfen leicht fallen wird, am (Beicht-) Gottesdienst der SELK zum Gedenken an den 500. Jahrestag der Reformation im Jahr 2017 teilzunehmen.'"

Der Kirchenbezirk Berlin-Brandenburg bildet mit den Kirchenbezirken Lausitz und Sachsen-Thürigen den Sprengel Ost der SELK. Leitender Geistlicher mit regionalbischöflichen Aufgaben ist Propst Gert Kelter. In seiner Eigenschaft als Propst gehört er zur Kirchenleitung.

Quelle: SELK-News

Gemeindebesuch mit Gottesdienst und Berichterstattung - SELK-Bischof Voigt besuchte St. Mariengemeinde BerlinBischöfe Voigt und Schöne mit Pfarrer Büttner

Nachdem Bischof Hans-Jörg Voigt D.D., Hannover, der leitende Geistliche der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), im Sommer dieses Jahres die Berliner St. Mariengemeinde im Seelsorgebezirk Steglitz besucht hatte, besuchte er am gestrigen Sonntag erneut diese Gemeinde. Dieses Mal galt sein Besuch dem Seelsorgebezirk Zehlendorf. Der Seelsorgebezirk Steglitz befindet sich gegenwärtig im Prozess der Ausgliederung aus der St. Mariengemeinde Berlin-Zehlendorf mit dem Ziel, eine eigenständige Gemeinde innerhalb eines gemeinsamen Pfarrbezirks mit Berlin-Zehlendorf zu bilden. Zur gesamten St. Mariengemeinde gehören rund 1.300 Gemeindeglieder. Hierbei arbeitet Pfarrer Markus Büttner als geschäftsführender Pfarrer im Seelsorgebezirk Zehlendorf, während Pfarrer Dr. Gottfried Martens im Seelsorgebezirk Steglitz seinen Dienst versieht. Sein Arbeitsschwerpunkt liegt in der Arbeit mit Migrantinnen und Migranten - vornehmlich aus dem Iran und Afghanistan.

Neben der Predigt und der Leitung der Abendmahlsfeier stellte Voigt nach dem gemeinsamen Mittagessen seine Arbeit vor. Er berichtete über die Entwicklung der Arbeiten an der "Alten Lateinschule" in Wittenberg, einem Gemeinschaftsprojekt der Lutherischen Kirche-Missouri Synode (LCMS) und der SELK zur Errichtung eines internationalen Studien- und Begegnungszentrums. Die Arbeiten würden plangemäß verlaufen, für den 3. Mai 2015 sei die Hausweihe vorgesehen.

Ebenso berichtete der Bischof exemplarisch über zwei ökumenische Gesprächsprozesse, an denen die SELK beteiligt ist.

Zum einen nannte er den Dialog mit der Union Evangelischer Kirchen (UEK) in der Evangelischen Kirche in Deutschland. Hier gehe es um die Aufarbeitung der Geschichte, die gerade zu Beginn der Entstehung selbstständiger evangelisch-lutherischer Kirchen 1817/1830 und später schmerzliche Wunden geschlagen haben. 2017 feiern evangelisch-lutherische Kirchen nicht nur das 500-jährige Reformationsjubiläum. Vielmehr werde auch der Einführung der Union zwischen lutherischer Kirche und reformierter Tradition zu einem neuen Kirchentypus - der evangelischen Unionskirche - gedacht. Die Verfolgung der Altlutheraner, ihre Vertreibung aus ihren Kirchen, ihre Flucht aus Preußen vor Repressalien nach Australien, Kanada und in die USA sowie die Mitschuld der damaligen preußischen Landeskirche werden zurzeit gemeinsam aufgearbeitet.

Grundlage ist dabei eine fast vergessene Predigt von Franz-Reinhold Hildebrandt (1906-1991), Präsident der Kirchenkanzlei der damaligen Evangelischen Kirche der Union, anlässlich der 150-Jahr-Feier der Union aus dem Jahr 1967. Dort heißt es: "Mit Beschämung bekennen wir, dass es bei der Durchsetzung der Union nicht an Anwendung von Gewalt gefehlt hat. Jener Weihnachtsabend des Jahres 1834 in dem schlesischen Dorf Hönigern im Kreise Namslau diente nicht der Auferbauung des Leibes Christi. Mit Kolbenstößen von Soldaten, gewaltsamen Öffnen von Kirchentüren und Verhaftungen von Pfarrern, wie es damals geschah lud unsere Kirche eine Schuld auf sich, die noch heute nachwirkt. Und wenn Schuld allein durch Vergebung bedeckt werden kann, so wollen wir diesen Tag nicht vorbeigehen lassen, ohne unsere altlutherischen Brüder um solche Vergebung zu bitten." Bischof Voigt wies darauf hin, dass sich die erwähnten Ereignisse in Hönigern zu Weihnachten in diesem Jahr zum 180. Mal jähren.

Zum anderen haben Gespräche mit dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen in Rom stattgefunden. Neben Bischof Voigt nahmen auch Prof. Dr. Werner Klän (Oberursel) und weitere Vertreter des Internationalen Lutherischen Rates (ILC), zu der die SELK gehört, teil, unter ihnen Rev. Albert Colver III. von  der Lutheran Church Missouri Synod, einer Schwesterkirche der SELK. Diese Gespräche werden im kommenden Jahr in eine strukturiert-systematische Phase übergehen.

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