Wir werden sein, wie die Träumenden - SELK gedenkt des Mauerfalls mit einem Dankgottesdienst in BerlinBischof Dr. Schöne

Gemeinden des Kirchenbezirks Berlin-Brandenburg der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) feierten am 9. November 2014 einen Dankgottesdienst anlässlich der Öffnung der Mauer vor 25 Jahren. Der Abendmahlsgottesdienst fand in der Evangelisch-Lutherische Kirche Berlin-Mitte der SELK, die auch Annenkirche genannt wird, statt. Sie lag nur wenige 100 Meter hinter der Mauer auf der Ostseite.

Bischof i.R. Dr. Jobst Schöne D.D., emeritierter Bischof der SELK, hielt die Predigt über Psalm 126. Hinter den Ereignissen um den 9. November 1989 hat der Herr der Geschichte die Geschicke gelenkt. „Wir werden sein, wie die Träumenden", wie es im 126. Psalm heißt, war das Gefühl jener Tage. Die Mauer, die 100 Jahre stehen sollte, trennte brutal Menschen in Ost und West. Bischof Schöne erinnerte in seiner Predigt an andere Mauern:

„Mit geht nicht aus dem Kopf das Foto vom Zumauern einer Straße in Warschau, 1940 war das, 21 Jahre vor dem Mauerbau in Berlin. Sie schnitt den Zugang zum Juden-Getto ab. Und die dahinter lebten, waren der grauenvollsten Vernichtung ausgeliefert. Was Menschen sich ausdenken können, um über andere Menschen Macht auszuüben, auch die Macht des Vernichtens, des Mordens, hat schier keine Grenze. Mauerbauten gehören dazu auf Straßen, in den Köpfen, in den Herzen."

Der Kirchenbezirk Berlin-Brandenburg vereinigt als einziger Kirchenbezirk der SELK Gemeinden aus Ost und West. Geleitet wird er von Superintendent Peter Brückmann, Berlin-Wedding.

Die Predigt von Bischof i.R. Dr. Jobst Schöne D.D. ist im Wortlaut hier abrufbar.  

Predigtarbeit als Schwerpunkthema -
Sprengelpfarrkonvent Ost der SELK tagte in Jauernick

Vom 3. bis zum 5. November tagte im St. Wenzeslaus-Stift Jauernick-Buschbach (bei Görlitz) der Sprengelpfarrkonvent Ost der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), der alle Pfarrer der Kirchenbezirke Lausitz, Berlin-Brandenburg und Sachsen-Thüringen der SELK umfasst.

Themenschwerpunkte waren die Homiletik (Predigtlehre), Bericht und Austausch über die Situation des Evangelisch-lutherischen Missionsbistums von Finnland und eine "Generaldebatte über Zustand und Weg der SELK".

Pfarrer Dr. Daniel Schmidt (Groß Oesingen) referierte über "Rhetorik in der Predigt". Spitzensätze wie "Eine Rede, die den Hörer nicht überzeugen will, will nichts erreichen" oder "Eine Predigt, die zu lang ist, ist nicht genügend vorbereitet - Wer kein Ziel hat, redet ziellos weiter" sorgten für Aufmerksamkeit und Gesprächsstoff.

Bischof Hans-Jörg Voigt (Hannover), D.D., gab im zweiten Hauptreferat Einblicke in seine "Predigtwerkstatt" und erläuterte "Praktische Aspekte zur gegenwärtigen Predigtarbeit". Die Konventualen wurden dadurch nicht nur zu einer theologischen Debatte über Notwendigkeit und Durchführung der Unterscheidung zwischen Gesetz und Evangelium angeregt, sondern hörten auch, dass die Predigt nicht nur unterhalten dürfe, sondern sogar unbedingt auch unterhaltsam sein solle.

Als besonders willkommen geheißener Gast nahm der Bischof des Evangelisch-lutherischen Missionsbistums Finnlands, Risto Soramies, am Konvent teil. Er berichtete über Geschichte und Gegenwart der lutherischen Kirche Finnlands und die Hintergründe, die zur Entstehung des Missionsbistums führten. Soramies machte eindrücklich deutlich, dass in der finnischen Volkskirche, zu der nominell noch 97 Prozent der Finnen gehören, deren Gottesdienste aber nur etwa 1 Prozent der Kirchglieder besuchen, mittlerweile "Gleichberechtigung" an die Stelle der Evangeliumsbotschaft von der Rechtfertigung des Sünders durch Jesus Christus allein aus Gnade getreten sei. Selbstsäkularisierung, Feminisierung, Genderisierung und Liberalisierung der finnischen Volkskirche hätten 2013 die Einrichtung des Missionsbistums um des Evangeliums willen zwingend nötig gemacht. Heute umfasst das Bistum, das nominell noch Teil der Volkskirche ist, bereits 32 Gemeinden. Der finnische Bischof appellierte eindringlich an die Konventualen, am bisherigen Weg der SELK als schrift- und bekenntnisgebundener, konfessionell-lutherischer Kirche festzuhalten. Die strukturelle Kirchwerdung des Missionsbistums sei, so Soramies, nur eine Frage der Zeit.

Bei der mit Spannung erwarteten "Generaldebatte zu Zustand und Weg der Kirche" ergab sich Gesprächsbedarf vor allem zu den Themenkreisen "Säkularisierung - wie können wir uns dieser Herausforderung stellen?", "Überalterte Gemeinden - welche Perspektiven gibt es?", "Distanziert-kritische junge Erwachsene - wie kann die Kirche diesen Personenkreis wiedergewinnen?", "Profil und Identität der SELK - wie können wir unseren Kirchgliedern die lutherische Identität wieder lieb und wert machen?".
Bei der abendfüllenden, "tagesordnungsfreien" Debatte kamen die Konventualen in gute, geistliche und weiterführende Gespräche.

Zustimmend gehört wurde das Votum von Bischof i.R. Dr. Jobst Schöne D.D., Berlin, die SELK müsse unbedingt ihr Augenmerk auf eine bessere, professionellere Öffentlichkeitsarbeit legen, da sich immer wieder zeige, dass viele diese Kirche nicht kennen. Der Kirchenbezirk Berlin-Brandenburg ist kirchenweit der einzige, der mit Pfarrer Markus Büttner einen Beauftragten für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit hat. Selbst auf gesamtkirchliche Ebene fehlt ein Beauftragter.

Auch die Frage, welche Relevanz die Unterschiede der Übersetzung des Apostolischen Glaubensbekenntnisses in der Fassung von 1971 "empfangen durch den Heiligen Geist" im Unterschied zur alten Fassung "empfangen ist vom Heiligen Geist" haben, war Gesprächsgegenstand. Diese sehr spezielle und gute Vorbereitung voraussetzende Debatte wurde nach einer Initial-Gesprächsrunde auf die folgenden Kirchenbezirkspfarrkonvente vertagt.

Der Sprengelpfarrkonvent, der insbesondere der Stärkung der geistlichen Gemeinschaft der Pfarrer eines Sprengels dienen soll, unternahm eine Exkursion nach Herrnhut, dem historischen Gründungsort der Herrnhuter Brüdergemeine und ließ sich fachkundig über Geschichte und Gegenwart dieser allerdings faktisch in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) aufgegangenen Freikirche unterrichten.

Andachten und der Konventsgottesdienste strukturierten den Tagesablauf.

Die Konventualen waren sich einig, dass das römisch-katholische St. Wenzeslaus-Stift, bereits zum dritten Mal Tagungsort des Sprengelpfarrkonvents Ost, ein idealer Tagungsort sei, an dem man sich wohlfühlen könne. Nicht zuletzt, weil die SELK hier eine besondere ökumenische Gastfreundschaft genießt, die sich auch in kaum zu unterbietenden Preisen zeigt. So wurde beschlossen, dass auch der nächste der alle zwei Jahre stattfindenden Sprengelpfarrkonvente vom 1. bis zum 3. November 2016 wiederum im St. Wenzeslaus-Stift Jauernick stattfinden soll.

Der Sprengel Ost der SELK umfasst drei Kirchenbezirke, 28 hauptamtliche Ordinierte, zwei ehrenamtliche Pastoren, drei weitere Pfarrer a.D., zwei Missionare, den Missionsdirektor, 12 Emeriti, 27 Pfarrbezirke, 77 Gottesdiensteinheiten und 6.331 Kirchglieder. Leitender Geistlicher im regionalbischöflichen Amt ist seit 2007 Propst Gert Kelter (53), Pfarrer der Heilig-Geist-Gemeinde Görlitz.

Quelle: SELK-News

Selbstständige Lutheraner gedenken in Berlins Mitte der Maueröffnung mit einem Festgottesdienst – Bischof i.R. Dr. Schöne D.D. hält als Zeitzeuge die PredigtEvangelisch-Lutherische Kirche Berlin-Mitte

Die Evangelisch-lutherische (altlutherische) Gemeinde in Berlin-Mitte hatte ihre große Kirche und das Pfarrhaus nur etwa 100 Meter von der Berliner Mauer entfernt. Die Gemeinde war ein Anlaufort für Gemeindeglieder der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) aus West-Berlin und aus der gesamten Bundesrepublik Deutschland, standen doch beide Kirchen, die heute in dieser Evangelisch-Lutherischen Kirche vereinigt sind, damals in Kirchengemeinschaft.

Die politische Situation hatte sich Mitte 1989 nicht nur in der damaligen DDR stark verändert. Trotzdem glaubte kaum jemand an eine kurzfristige grundlegende politische Veränderung.

Am 9. November 1989 wurde die Berliner Mauer, die 28 Jahre lang eine gewaltsame Teilung Berlins, Deutschlands und Europas darstellte, in beiden Richtungen durchlässig. Bürger der DDR konnten nach Westberlin. Diese Gelegenheit haben Kirchenmitglieder der evangelisch-lutherischen (altlutherischen) Kirche genutzt um sich in Westberlin mit Gemeindegliedern ihrer Schwesterkirche, der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche zu treffen und Gottesdienste zu besuchen.

Dankbar für diese Entwicklung und alle anderen Möglichkeiten, die sich seit Öffnung der Mauer und der Vereinigung Deutschlands für die Menschen ergeben haben, wird am Sonntag, dem 9. November um 17.00 Uhr in der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde Berlin-Mitte (SELK), Annenstraße 52/53, 10179 Berlin, ein Dank- und Gedenkgottesdienst gefeiert werden.

In diesem Dankgottesdienst wird der emeritierte Bischof der SELK, Dr. Jobst Schöne, D.D., der seinerzeit sofort aus Hannover nach Berlin gekommen war, predigen. Bis zu seiner Amtseinführung 1986 war Bischof i.R. Dr. Schöne Superintendent des Kirchenbezirks Berlin-West und Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen St. Mariengemeinde Berlin-Zehlendorf, wo er heute wieder Gemeindeglied ist.

Die evangelisch-lutherische (altlutherische) Kirche in der DDR, auch Altlutheraner genannt, vereinigte sich 1991 mit der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche zu einer Kirche. Der Kirchenbezirk Berlin-Brandenburg der SELK vereinigt Kirchengemeinden aus Ost und West. Geleitet wird der Kirchenbezirk von Superintendent Peter Brückmann, Berlin-Wedding.

Biblische Erzählmethode und neuer Begleiter
SELK: Konvent der Diakoninnen und Diakone tagte

Am Wochenden vom 1. bis 2. November 2014 tagte der Konvent der Diakoninnen und Diakone der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Berlin-Zehlendorf . Am Samstag fand im Rahmen des Konvents eine Fortbildung zum Thema "Godly Play" statt, zu der auch Teilnehmende von außerhalb eingeladen waren. Referentin Ulrike Kaiser (Berlin) präsentierte die biblische Erzählmethode "Godly Play" mit zwei Geschichten, die mit Materialien auf dem Boden sehr anschaulich dargestellt wurden.

Als neuer pastoraler Begleiter des Konvents fungiert künftig Superintendent Peter Brückmann (Berlin-Wedding), der den Kirchenbezirk Berlin-Brandenburg leitet.

Zum Abschluss fand am Sonntag nach dem Gottesdienst eine Gemeindebegegnung mit der Zehlendorfer Evangelisch-Lutherischen St. Mariengemeinde der SELK statt.

Bischof em. Dr. Schöne: Reformation des Herzens ist nötig –BeichtstuhlSELK gedenkt der Einführung der lutherischen Reformation in Berlin und Brandenburg vor 475 Jahren

In einem Festgottesdienst mit Feier des Heiligen Abendmahls am Reformationstag in der Evangelisch-Lutherischen St. Mariengemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Berlin-Zehlendorf wurde der Einführung der lutherischen Reformation in Berlin und der Mark Brandenburg vor 475 Jahren gedacht.

Bischof em. Dr. Jobst Schöne D.D., emeritierter Bischof der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche, machte in seiner Predigt über Philipper 2,12-18 deutlich, dass es nicht darum gehe Martin Luther auf ein Podest zu stellen oder ihn als Person zu ehren. Ebenso wenig gehe es um konfessionelle Überheblichkeit sich gar auf der richtigen Seite des Glaubens zu wähnen. Vielmehr sei eine Reformation des Herzens für jeden Christen angezeigt. Auch heute sind Umkehr und Buße für einen Christen, eine Kirche und eine Gesellschaft notwendig. Denn bei allen Feierlichkeiten gehe es zu erst und vordergründig um das Heil, das es allein in Jesus Christus gibt.

Am 1. November 1539, dem Gedenktag der Heiligen, hat Kurfürst Joachim II. unter den beiden Elementen Brot und Wein den wahren Leib und das wahre Blut Jesu Christi im Heiligen Abendmahl in der Nicolaikirche in Berlin-Spandau empfangen. Dieses Datum gilt daher als Einführung der lutherischen Reformation in Berlin und der Mark Brandenburg.

Zum Kirchenbezirk Berlin-Brandenburg der SELK gehören 13 Pfarrbezirke mit einer Vielzahl an Gottesdienstorten.

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