Unser Gott ist Liebe - SELK: Vortrag zu Erfahrungen der Kopten mit Muslimen Bischof Damian

In den Räumen der Evangelisch-Lutherischen Augustana-Gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Berlin-Wedding fand kürzlich ein "Frühstück (nicht nur) für Frauen" statt, zu dem als Referent Bischof Anba Damian (Foto) von der koptischen Kirche eingeladen war. Über 80 Zuhörer aus Berlin, Oranienburg, Jabel, Potsdam, Fürstenwalde, Guben und Dresden waren angereist.

"Kopten sind die Urform der Ägypter", begann Bischof Damian seinen Vortrag. Lange vor der Invasion durch arabische Eindringlinge hätten die Kopten als christliches Volk in Ägypten existiert. Keine andere Kirche habe so viele Märtyrer zu verzeichnen wie die Kopten. Als die Moslems im Jahr 635 das christliche Ägypten überfallen hätten, hätten sie vielen Einwohnern den Islam mit Gewalt, Morddrohungen und Auferlegung einer hohen Kopfsteuer von 70 Prozent des Einkommens aufgezwungen. Um das Jahr 1000 sei nur noch die Hälfte aller Ägypter Christen gewesen, heute seien es etwa 20 Prozent. Die Tatsache, dass überhaupt noch Christen in Ägypten leben würden, sei "ein Wunder", so der leitende Geistliche. Sie seien heute in Ägypten wie Bürger zweiter Klasse - ohne Rechte, ohne Schutz. Ägyptische Richter würden Verbrecher nicht verurteilen, sobald die Opfer "nur" Christen seien. Kirchen würden in Brand gesteckt, Mädchen entführt und zwangsverheiratet.

Der jetzige Präsident Abd al-Fattah as-Sisi habe am Neujahrstag 2015 in der Al-Azhar-Moschee in Kairo eine vielbeachtete Rede gehalten. Darin habe er von der islamischen Geistlichkeit eine "religiöse Revolution" gefordert. Doch die Moslem-Bruderschaft in Ägypten habe auf ihre Weise reagiert: Innerhalb von vier Tagen hätte sie 96 Kirchen in Brand gesetzt. Die Aggressivität habe zugenommen, in manchen Dörfern würden Zettel an der Wand hängen: "Wenn du nicht verschwindest aus deinem Haus, wirst du getötet!" In manchen Gegenden werde eine "Kopfsteuer" von Christen verlangt. Mädchen und Frauen ohne Kopftuch seien in Gefahr, entführt zu werden.

Viele Kopten hätten sich auf den Weg nach Europa gemacht. In den letzten Jahren seien 6.000 Kopten nach Deutschland gekommen, die meisten nach Nordrhein-Westfalen. 1997 habe die koptische Kirche in Deutschland eine leerstehende Militärkaserne gekauft. Dort habe sie eine Stätte für ökumenische Begegnungen aufgebaut; seit Oktober 2014 würden auf diesem Gelände Flüchtlinge untergebracht. In einem Haus befinde sich auch ein Raum für Gottesdienste von Moslems. Die Kopten würden nicht mit gleicher Münze zurückzahlen, wenn in Ägypten Kirchen zerstört würden, betonte Damian, sondern den Moslems sogar ihren eigenen Raum zum Beten geben!

Laut Damian sollte man unterscheiden zwischen Islam und Moslems, zwischen Lehre und Menschen. Diese sollten nicht pauschal verurteilt werden wegen ihrer Religion. "Wir sollen mit Moslems reden, ohne ihre Gefühle zu verletzen. Jemanden zu beleidigen, hilft nicht - stattdessen sollen wir über Christus reden, seine Liebe ist wirkungsvoller als Hass."

Die Anwesenheit der Moslems könne eine Chance sein. "Viele Menschen haben ihr Heimatland verlassen, weil sie die Liebe Christi gespürt haben - zeigen Sie ihnen Christus!", ermutigte Damian die Zuhörenden. "Der oberste Scheich der Sunniten hat gesagt: ,Wenn ich die Bergpredigt lese, kann ich meine Tränen nicht kontrollieren.' Wir haben einen Schatz!" Dazu eine Stimme aus dem Publikum: "Ein 9-jähriger moslemischer Junge fragt den Pastor: ,Glaubt ihr an Gott? Wir auch, aber wir haben Angst vor ihm!' " - Dies, so ein Fazit der Veranstaltung, sei der Unterschied: Christen bräuchten keine Angst zu haben, ihr Gott ist Liebe. (SN/MB)

Mit der Bibel das Leben mitten in Deutschland riskieren - Neue Vorfälle von Schikane gegenüber geflüchteten Christen in Flüchtlingsunterkünften Steglitz

Flüchtlinge christlichen Glaubens werden immer wieder Opfer von Gewalt in Flüchtlingsheimen in Deutschland. Wer sich als Christ zu erkennen gibt oder gar seinen Glauben öffentlich leben möchte, wird immer wieder Opfer von Übergriffen. Dies weiß auch Pfarrer Dr. Gottfried Martens von der Evangelisch-Lutherischen Dreieinigkeits-Gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Berlin-Steglitz zu berichten.

„Alle zwei bis drei Wochen müssen wir wieder 100 weitere persische Neue Testamente bestellen. Sie werden uns aus den Händen gerissen. Und dabei riskieren die, die eine Bibel mit ins Asylbewerberheim mitnehmen, ihr Leben", schreibt er in seinem Eintrag auf der Facebook-Seite der Gemeinde. Martens berichtet weiter, er wisse nicht, wie viele Taufbewerber ihn allein am gestrigen Abend angefleht hätten, sie endlich aus ihrem Heim herauszuholen, in dem sie dauernd von radikalen Muslimen schikaniert würden. „Ich konnte ihnen immer nur antworten: Ihr kommt vom Regen in die Traufe ..."

Auch neue konkrete Beispiele führt der Pfarrer an: „Ein junger Mann zeigte mir heute eine mindestens 30 Zentimeter lange Wunde auf dem Rücken und seine zerrissene Bibel: Er war im Schlaf in seinem Heim von einem Muslim überfallen und mit dem Messer schwer verletzt worden. Die Wunde musste mit vielen Stichen genäht werden.“ Ein anderer junger Mann sei gestern mit Verletzungen im Gesicht und am Hals zu ihm gekommen: Radikale Muslime im Heim hatten seine Bibel gestohlen und ihn anschließend angegriffen. Zwei junge Männer seien vor einigen Tagen vom muslimischen Wachschutz im Heim verprügelt worden, als der in ihrem Zimmer ein Neues Testament entdeckte.

Martens macht im Rahmen seiner Arbeit unter Flüchtlingen immer wieder auf die Missstände in den Heimen aufmerksam, um die Verantwortlichen zu bewegen, sich für Abhilfe einzusetzen. Konkret fordert der Pfarrer die getrennte Unterbringung von Christen und Muslimen, solange nicht gewährleistet werde, dass Christen frei ihren Glauben leben und praktizieren können.

Die Evangelisch-Lutherische Dreieinigkeits-Gemeinde in Berlin-Steglitz bildet mit der Evangelisch-Lutherischen Mariengemeinde Berlin-Zehlendorf einen gemeinsamen Pfarrbezirk. Er ist einer der größten Pfarrbezirke der SELK, zu der beide Kirchengemeinden gehören. Seit 13. Mai 2013 ist die Evangelisch-Lutherische Dreieinigkeits-Gemeinde selbständig. Schwerpunkt der Kirchengemeinde ist die Arbeit mit Flüchtlingen, die schon vor Jahren in Zehlendorf begonnen hat. Das starke Gemeindewachstum durch Flüchtlinge führte zur Neugründung der Dreieinigkeits-Gemeinde in Steglitz. Flüchtlinge übernehmen dort auch im Kirchenvorstand und anderen Bereichen des Gemeindelebens Verantwortung für ihre Kirchengemeinde. (SN/MB)

Weihnachtsmarkt und "Adventsmusik bei Kerzenschein" - Advents-Tradition bei SELK in Berlin-Neukölln  Pauluskirche Neukoelln a

Traditionell am Wochenende des 2. Advents - in diesem Jahr vom 4. bis zum 6. Dezember 2015 - findet in Berlin-Neukölln rund um den Richardplatz der Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt (http://www.berlin.de/ba-neukoelln/ueber-den-bezirk/alt-rixdorfer-weihnachtsmarkt/) unter der Schirmherrschaft der Neuköllner Bezirksbürgermeisterin statt. Der Rixdorfer Weihnachtsmarkt gilt als schönster und stimmungsvollster Berliner Weihnachtsmarkt, gerade auch wegen seiner natürlichen Beleuchtung mit Petroleumlampen. Er ist nicht-kommerziell ausgerichtet. Sein Reinerlös dient wohltätigen und karitativen Zwecken. Im Schein unzähliger Petroleumlichter unterstützen über 140 Vereine, Organisationen und Verbände die karitative Zielsetzung dieses berlinweit einzigartigen Weihnachtsmarktes. Die Öffnungszeiten: Freitag von 17 bis 21 Uhr, Samstag von 14 bis 21 Uhr, Sonntag von 14 bis 20 Uhr.

Die Neuköllner Evangelisch-Lutherische Paulus-Gemeinde (http://www.selk-neukoelln.de) der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) ist mit einem eigenen Stand auf dem Weihnachtsmarkt vertreten, an dem unter anderem weihnachtlicher Schmuck, selbst gefertigte Marmeladen, Hexenhäuser und selbst hergestellter Eierlikör angeboten werden. Die Gemeinde präsentiert sich mit ihrem Stand zugleich der Öffentlichkeit.

Im Rahmen des Weihnachtsmarkt-Kulturprogramms spielt der Posaunenchor der Paulus-Gemeinde unter der Leitung von Rainer Köster am Sonntag, dem 6. Dezember, um 15 Uhr auf der Hauptbühne traditionelle und volkstümliche Advents- sowie Weihnachtslieder.

Tradition hat nicht nur der Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt, Tradition hat auch das Angebot der "Adventsmusik bei Kerzenschein" in der Paulus-Kirche der SELK in Berlin-Neukölln. An den Donnerstagen nach den ersten drei Adventssonntagen gibt es in dieser Angebotsreihe jeweils um 19 Uhr eine Veranstaltung mit "Wort und Musik im Advent". Nach der Musik sind Zuhörende und Musizierende eingeladen zu Glühwein, Tee und Gebäck.

Die diesjährige Reihe der Adventsmusiken beschließt - musikalisch gesehen - das Jubiläumsjahr des 50-jährigen Kirchjubiläums der Paulus-Gemeinde. In der ersten Musik erklingen am heutigen Abend traditionelle Advents- und Weihnachtschoräle auf dem immer noch "klassischen" Kircheninstrument, das auch in der Neuköllner Kirche steht - der Orgel. Die Bearbeitungen zu den Liedern entstammen verschiedenen Jahrhunderten.

Mit der zweiten und dritten Musik gibt es sozusagen "Kleine Michael-Schütz-Tage in Neukölln". Michael Schütz ist in der Kirchenmusikszene heute einer der profiliertesten und tonangebendsten Komponisten aus dem Bereich der Popularmusik - sowohl für Blechbläser als auch für andere kirchliche Gruppen.

Am zweiten Abend erklingen Bearbeitungen zu Adventschorälen von ihm in der Besetzung für Blechbläser und (Rock-)Band sowie die Berliner Erstaufführung des Werkes "Together". Dieses wurde für das diesjährige Sprengelbläserfest des Sprengels Ost geschrieben und erklang dort erstmals (auch unter Beteiligung des Neuköllner Posaunenchores).

Höhepunkt dieses Abends wird die Uraufführung von "Joyful" sein. Es ist nach "Bekenntnis und Taufe" - dieses Werk wurde beim Jubiläumskonzert im Juni uraufgeführt und behandelt die Motivfenster der Paulus-Kirche - das zweite Werk von Michael Schütz, das als Ausgangspunkt der Komposition Gegenstände aus der Paulus-Kirche behandelt, nun das Altarbild.

Am dritten Abend dann wird Michael Schütz selbst als Musiker am Keyboard zu hören sein mit Klaviermusik in eigenen Arrangements zu bekannten traditionellen und volkstümlichen Advents- und Weihnachtsliedern, teilweise auch zum Mitsingen. (SN/MB)

Mariengemeinde Berlin-Zehlendorf neues Mitglied im DWBO DWBO Logo Web
Die Evangelisch-Lutherische Mariengemeinde (SELK) in Berlin-Zehlendorf ist Mitglied im Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (DWBO). Sie unterhält den Kindergarten St. Marien in gemeindeeigener Trägerschaft. Über die Aufnahme entschied am 16. November 2015 der Diakonische Rat, das Aufsichtsgremium des DWBO, auf seiner konstituierenden Sitzung. Für die SELK ist der Rektor des Naemi-Wilke-Stifts Guben, Pfarrer Stefan Süß, Mitglied in diesem Gremium. Die SELK ist eine Trägerkirche des DWBO neben anderen. (MB)

Konvent der Diakoninnen und Diakone der SELK - Treffen in Berlin Pauluskirche Neukoelln Altar

Der Konvent der Diakoninnen und Diakone der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) traf sich am 7./8. November 2015 in der Evangelisch-Lutherischen Paulus-Gemeinde Berlin Neukölln (SELK).

Nora Brezger vom Netzwerk "Flüchtlingsrat Berlin e.V." hielt einen Vortrag über die aktuelle Lage der Flüchtlinge in Deutschland. Begleitet wurde sie von einem Flüchtling aus dem Tschad, der von seinen Erlebnissen auf der Flucht berichtete. Dazu erschienen weitere Zuhörer aus dem Kirchenbezirk.

Am Ende des Vortrags lud die Referentin alle Teilnehmenden ein, Erzählcafés zu besuchen, in denen man mit geflüchteten Menschen ins Gespräch kommen und dann, wenn man möchte, konkret individuell Hilfe anbieten könne.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen tagte der Konvent intern weiter und besuchte am Sonntag den Jugendgottesdienst der Neuköllner Gemeinde. "Rundherum ein gelungenes Wochenende", resümiert Diakonin Ulrike Mogwitz  aus Potsdam. (SN/MB)

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