Bischof Voigt bleibt Vorsitzender des Internationalen lutherischen Rates – 17 neue Kirchen aufgenommen Bischof Voigt c Buettner komp

Vom 25.-28 September 2018 fand die 26. Weltkonferenz des Internationalen Lutherischen Rates (englisch: International Lutheran Council - ILC) in Antwerpen (Belgien) statt.
Der leitende Geistliche der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. (Hannover | Foto), hielt in seiner Funktion als ILC-Vorsitzender die Predigt im Eröffnungsgottesdienst. Das Wort "Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen." (Die Bibel: Der Brief an die Galater, Kapitel 6, Vers 2) gelte auch heute besonders für die weltweiten zwischenkirchlichen Beziehungen, so Voigt. "Von entscheidender Bedeutung ist aber das Gesetz Christi, nach dem Jesus Christus alle unsere Lasten trägt", führte er aus.

Der Eröffnungsgottesdienst wurde in der Liebfrauenkapelle des St. Elisabeth-Klosters aus dem 15. Jahrhundert gehalten, das heute als "Elzenveld Hotel- und Konferenzzentrum" geführt wird. Die Liturgie im Eröffnungsgottesdienst leitete der Exekutivsekretär des ILC, Rev. Dr. Albert Collver (St. Louis/USA).

Nach dem Eröffnungsgottesdienst wurde der ILC durch den Bürgermeister der Stadt Antwerpen, Dr. Bart De Wever, und Antwerpens stellvertretenden Bürgermeister für Kultur und Religion, Jan Rombouts, begrüßt. Generalvikar Bruno Aerts überbrachte die Grüße des römisch-katholischen Erzbistums Antwerpen. John van der Dussen grüßte für den ökumenischen Stadtkirchenrat.

Jedem der Gäste wurde das Buch "450 Jahre Lutherische Kirche in Antwerpen: 1566-1586 und danach" durch den Autor, Präses Gijsbertus van Hattem (Antwerpen/Belgien), überreicht.

Am Donnerstag führten Rev. Dr. Al Collver und Prof. Dr. Roland Ziegler (Fort Wayne/USA) in das Konferenzthema "Kirchenlehre und Ökumene" ein. Ziegler ist als Professor für Systematische Theologie und Konfessionsstudien am Concordia-Seminar der Lutherischen Kirche-Missouri Synode in Fort Wayne (USA) tätig. Collver erinnerte in seiner Einführung daran, dass vor 497 Jahren im September Johann Esch and Heinrich Voes gefangengesetzt und zwei Jahre später in Brüssel als die ersten lutherischen Märtyrer auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden. Die Zeiten hätten sich geändert, erläuterte Ziegler, was allein schon daran erkennbar werde, dass der ILC durch den Generalvikar der römisch-katholischen Erzdiözese begrüßt worden sei.

Am Donnerstag wählten die Vertreter der Mitgliedskirchen des ILC einstimmig für weitere drei Jahre Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. als ILC-Vorsitzenden. Der leitende Geistliche der SELK hatte das Amt 2010 kommissarisch übernommen und wurde 2012 und 2015 für je drei Jahre in dieser Aufgabe bestätigt.

Der ILC wählte zudem den Präses der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Belgien, Pfarrer Gijsbertus van Hattem, als Sekretär des Exekutivkomitees.

Weitere fünf Wahlämter wurden durch die 26. ILC-Konferenz besetzt. Bischof Dr. Dieter Reinstorf wurde als leitender Geistlicher der Freien Evangelisch-Lutherischen Synode in Südafrika für die Region Afrika gewählt. Präses Antonio Reyes von der Lutherischen Kirche der Philippinen wurde als Repräsentant für die asiatische Region gewählt. Die europäische Region wird durch Chairman Rev. Jon Ehlers aus der Evangelisch-Lutherischen Kirche von England vertreten und Lateinamerika durch Dr. Rudi Zimmer, den Präses der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Brasilien. Der leitende Geistliche der Lutherischen Kirche-Kanada, Timothy Teuscher, wurde als Repräsentant der nordamerikanischen Region gewählt.

Nach der neuen Satzung des ILC hat das Exekutivkomitee das Recht, zwei weitere stimmberechtigte Mitglieder zu berufen. Rev. Robert Bugbee D.D. aus der Lutherischen Kirche-Kanada hatte die Mitgliedschaft bereits übernommen. Am Freitag wurde zusätzlich Präses Dr. Matthew Harrison, der leitende Geistliche der US-amerikanischen Lutherischen Kirche-Missouri Synode (LCMS), in dieses Amt berufen.

Ebenso wurden auf der Weltkonferenz des ILC 17 weitere Kirchen den Kirchenbund aufgenommen, die rund 4,15 Millionen Lutheraner in der Welt repräsentieren. Damit ist die Anzahl der Lutheraner im ILC auf 7,15 Millionen angewachsen. Aufgenommen wurden zehn neue Mitgliedskirchen aus Afrika, drei aus Europa, und vier aus Asien, einschließlich der Ceylon Evangelisch-Lutherischen Kirche als Nachfolgerin der aufgelösten Lanka Lutherischen Kirche. Damit erhöht sich die Zahl der ILC-Kirchen auf 54. Für zwei weitere Kirchen, die um Aufnahme gebeten hatten, wurde die Aufnahme erst einmal aufgeschoben. Von den dem ILC jetzt beigetretenen Kirchen wurden elf als Vollmitglieder aufgenommen; sechs erhielten den Beobachterstatus.

Als Vollmitglieder aufgenommen wurden die Lutherische Kirche in Afrika - Benin Synode (400 Kirchglieder in fünf Gemeinden), die Evangelisch-Lutherische Kirche von Burkina Faso (1.400 Kirchglieder in acht Gemeinden), die Evangelisch-Lutherische Missionsdiözese in Finnland (2.000 Kirchglieder in 33 Gemeinden), die Evangelisch-Lutherische Kirche von Liberia (7.300 Kirchglieder in 91 Gemeinden), die Madagassische Lutherische Kirche (Madagaskar | 4 Millionen Kirchglieder in 8.500 Gemeinden), die Evangelisch-Lutherische Diözese in Norwegen (150 Abendmahlskommunikanten in fünf Gemeinden), die Ceylon Evangelisch-Lutherische Kirche (Sri Lanka | 500 Kirchglieder in 15 Gemeinden), die Missionsprovinz in Schweden (16 Gemeinden), die Lutherische Kirche von Togo (8.000 Kirchglieder in 45 Gemeinden), die Lutherische Kirche von Uganda (50.000 Kirchglieder in 140 Gemeinden) sowie die Lutherische Kirche von Uruguay (200 Kirchglieder in drei Gemeinden). Als Kirchen mit Beobachterstatus wurden aufgenommen die Indonesische Christliche Lutherische Kirche (21.000 Kirchglieder in 102 Gemeinden), die Lutherische Kirche Myanmar (3.400 Kirchglieder in 14 Gemeinden), die Lutherische Mission in Afrika - Synode der Tausend Hügel (Ruanda | 2.000 Kirchglieder in 22 Gemeinden), die St. Peter Lutherische Bekenntnissynode von Südafrika (22.000 Kirchglieder), die Evangelisch-Lutherische Kirche des Südsudan (5.000 Kirchglieder in 15 Gemeinden) sowie die Lutherische Kirche der Republik China (640 Kirchglieder in 11 Gemeinden).

Die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) ist Vollmitglied im ILC. Ihr leitender Geistlicher, Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. (Hannover), ist ILC-Vorsitzender. (MB/SN)

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