Berlin: Situation für konvertierte Asylsuchende verschärft sich - Pfarrer Martens: Kirchen sollen "mit einer Stimme sprechen" Pfarrer Dr Martens d komp

Die Situation für ehemalige muslimische Asylsuchende, die zum Christentum konvertiert sind, hat sich in Berlin und Brandenburg dramatisch verschlechtert. Dieser Ansicht ist der Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Dreieinigkeits-Gemeinde Berlin-Steglitz, Dr. Gottfried Martens, D.D.. Der Geistliche setzt sich in seiner zur Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) gehörenden Gemeinde mit mehr als 1.600 Kirchgliedern besonders für zum Christentum übergetretene Flüchtlinge ein. Er hat über 1.000 von ihnen getauft, vor allem Iraner und Afghanen. Wie Martens der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte und über den Nachrichtendienst der SELK - selk_news verbreitet wurde, wurden in der Dreieinigkeits-Gemeinde Steglitz bereits "mehrere Hundert" Flüchtlinge abgelehnt, da sie nach Einschätzung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nur aus asyltaktischen Gründen Christen geworden seien, um ihre Abschiebung zu verhindern. Selbst seine Aussagen würden angezweifelt: "Ich sehe das Leid dieser Menschen, die seit vielen Jahren Christen sind, sich in Gottesdiensten und Arbeit mit Kindern einbringen und dann abgeschoben werden sollen."

Nach Einschätzung von Martens ist die Situation seit dem Sommer 2016 zunehmend schwieriger geworden, da zu diesem Zeitpunkt kurzfristig viele neue "Entscheider" und "Anhörer" eingestellt worden seien. Zudem sei es zu einer Trennung beider Positionen gekommen, sodass Entscheidungen allein aufgrund von Protokollen getroffen würden. Auch mit den Dolmetschern habe es Probleme gegeben, wenn sie nicht alles oder aber falsch übersetzten. Da viele Gemeinden davon betroffen seien, fordert Martens die Kirchen auf, "mit einer Stimme gegen das Unrecht zu sprechen".

Martens ist seit 2013 Pfarrer in Berlin-Steglitz. Die Dreieinigkeits-Gemeinde versteht sich in besonderer Weise als Missionsgemeinde. Regelmäßig wird Taufunterricht mit Übersetzung auf Farsi angeboten. Zudem gibt es persische Bibelstunden, Gebetsandachten und Gemeinschaftsangebote. (MB/SN)

Bischöfliche STELLUNGNAHME: Wo bleibt der Aufschrei des Entsetzens in diesem Land? Bischof Voigt c Buettner komp

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Stellungnahme des leitenden Geistlichen der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. (Hannover) | Foto, zur derzeitigen Entscheidungs- und Abschiebepraxis - auch im Blick auf SELK-Gemeindeglieder - in der Bundesrepublik Deutschland.

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Bei meinen Gemeindebesuchen habe ich meine christlichen Brüder und Schwestern aus dem Iran, aus Afghanistan und anderen Ländern schon oft getroffen, sie kennengelernt und mit ihnen gesprochen. Sie sind durch die Taufe Glieder am Leib Christi, Glieder der Kirche geworden. Beim Austeilen des Heiligen Abendmahles habe ich Tränen der Freude und Rührung in ihren Augen gesehen. Ich habe die Stille und Konzentration beim fundierten Taufunterricht selbst erlebt.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) arbeitet seit einiger Zeit auf Hochtouren daran, Tausende Ablehnungs- und Abschiebebescheide für konvertierte christliche Flüchtlinge auszustellen, die nun um Leib und Leben fürchten müssen und verzweifelt feststellen, dass ihnen in diesem Land der Schutz versagt wird. An der Tatsache, dass Christen in mehrheitlich islamisch bestimmten Ländern wie Iran und Afghanistan jeden Tag um ihr Leben fürchten müssen, können wir nichts ändern. Die Tatsache, dass die Bundesrepublik Deutschland durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zum Christentum konvertierten ehemaligen Moslems in letzter Zeit die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft immer häufiger verweigert, ist ein Skandal, der sich in aller Stille mitten unter uns abspielt.

Während wir unserem Alltag nachgehen, in den Kirchen und Gemeinden Gottesdienste feiern, Gemeindekreise und Kirchenmusikfeste halten, fürchten zahlreiche unserer Glaubensschwestern und -brüder um ihr Leben.

1. Verfassungsbruch

Kein Werktag vergeht derzeit in diesem Land, an dem das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nicht Verfassungsbruch begeht und bei konvertierten Flüchtlingen, die ihren christlichen Glauben als Asylgrund geltend machen, deren Glauben völlig willkürlich bewertet und sich in diesem Zusammenhang immer wieder auch Urteile über Glaubenslehren und Glaubenspraxis der Kirchen anmaßt. In den Abschiebebescheiden heißt es zum Beispiel: "Die Ausführungen zur derzeitigen Glaubenspraxis des Antragstellers, also der Kirchenbesuche, sind durchaus glaubhaft und nachvollziehbar. Eine enge persönliche Gottesbindung mit dem dauerhaften, ernsthaften Bedürfnis, ein zentral christlich geprägtes Leben weiterhin in Deutschland und dann auch in der Heimat zu führen, ist jedoch daraus nicht überzeugend erkennbar." Dieses Zitat ist eins von Hunderten, das stereotyp als Textbaustein in den Bescheiden so oder ähnlich immer wieder verwendet wird.(1)

Durch die im Grundgesetz Artikel 140 aufgenommenen Bestimmungen des Artikels 137 der Weimarer Reichsverfassung wird die religiöse und weltanschauliche Neutralität des Staates im Grundgesetz selber festgehalten. Der Staat hat nicht das Recht, über den persönlichen Glauben von Christen und erst recht nicht über Glaubensinhalte Entscheidungen zu treffen. Das ist Verfassungsbruch! Wo bleibt der Aufschrei des Entsetzens in diesem Land darüber, dass eine Behörde den Glauben von Menschen bewertet und ihnen mit einem Federstrich zumutet, ihren Glauben in ihrem Heimatland zu verleugnen? Zudem wird das subjektive Glaubensverständnis eines BAMF-Entscheiders zum Maßstab der Anerkennung der Ernsthaftigkeit einer Konversion gemacht. Den pfarramtlichen Bescheinigungen der zuständigen Pfarrer wird immer wieder diametral widersprochen, oder sie werden völlig ignoriert. Ja, die Kirchen werden immer wieder sogar zumindest indirekt der Beihilfe zum Asylbetrug bezichtigt. Es muss hier offen ausgesprochen werden, dass es mittlerweile Tausende von konvertierten christlichen Flüchtlingen in Deutschland gibt, die nach dem Zeugnis ihrer Seelsorger aus ganz verschiedenen Kirchen ernsthafte, tiefgläubige Christen sind und denen dennoch die Abschiebung droht, weil das BAMF oder auch Verwaltungsrichterinnen und -richter ihnen die Ernsthaftigkeit ihres Glaubens absprechen. Dagegen müssen wir uns zur Wehr setzen.

2. Latent fremdenfeindliche Stimmung im Land

In der Dreieinigkeits-Gemeinde der SELK in Berlin-Steglitz ist die Anerkennungsquote für christliche Flüchtlinge im Verlauf von zwei Jahren von 100 % auf derzeit unter 10 % gesunken, obwohl sich an der Arbeit von Pfarrer und Gemeinde nichts geändert hat. Daran wird erkennbar, dass hier politische Anweisungen und Vorgaben durch das BAMF umgesetzt werden, die die derzeit amtierende Bundesregierung zu verantworten hat. Eine latent fremdenfeindliche Stimmung in diesem Land treibt die politische, behördliche und immer wieder auch die gerichtliche Entscheidungsfindung in Deutschland an.

Ein historischer Vergleich ist äußerst sensibel, da er immer in der Gefahr steht, entweder die Geschichte zu relativieren oder die Gegenwart zu dramatisieren. Im Bewusstsein dieser Gefahr halte ich dennoch in der gegenwärtigen Lage den geschichtlichen Vergleich für unübersehbar. Es war am 7. April 1933 ein subtil versteckter Verfassungsbruch durch das "Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" (2) mit dem sogenannten Arierparagraphen, der von der Mehrheit der Menschen im Land übersehen und missachtet wurde. Dietrich Bonhoeffer war einer der wenigen, der im gleichen Jahr in einem Aufsatz darauf aufmerksam machte. Damals war es eine weitverbreitete Judenfeindlichkeit der Gesellschaft, die den Rechtsbruch übersehen half.

Heute ist es eine latente Fremdenfeindlichkeit die auch die großen Volksparteien vor sich her treibt. Im Ergebnis der Sondierungsgespräche von CDU, CSU und SPD vom 12. Januar 2018 kann man tatsächlich lesen von "zentralen Aufnahme-, Entscheidungs- und Rückführungseinrichtungen", in denen "BAMF, BA, Justiz, Ausländerbehörden und andere Hand in Hand arbeiten."(3) Dass die Justiz "Hand in Hand" mit irgendwem arbeiten sollte, ist ein Skandal, der offensichtlich völlig unbemerkt bleibt. Demokratie lebt von der Gewaltenteilung! Ganz zu schweigen von "zentralen" Aufnahme-Einrichtungen, mit denen Deutschland eigentlich genügend Erfahrungen gemacht haben sollte.

Fremdenfeindlichkeit schlägt in den Anweisungen der Bundesregierung und den Entscheidungen des BAMF als vermeintlicher oder tatsächlicher "Wählerwille" durch und bringt Menschen zunehmend in Todesgefahr.

Hinzu kommt die Problematik, dass in einigen europäischen Ländern eine Konversion zum Christentum erklärtermaßen und grundsätzlich nicht mehr als Asylgrund anerkannt wird, obwohl jeder Mensch weiß, dass in den islamischen Herkunftsländern auf die Konversion zu einer anderen Religion die Todesstrafe steht. Die Rückkehr zum Islam sei den konvertierten Christen zuzumuten. In der Bundesrepublik Deutschland werden Kettenabschiebungen von christlichen Flüchtlingen über diese Länder in ihre muslimischen Heimatländer nach dem sogenannten "Dublin-Vertrag" billigend in Kauf genommen. Die Entscheidung dieser anderen europäischen Länder, die Konversion zum christlichen Glauben nicht als Asylgrund anzuerkennen, wird vom BAMF in Asylfolgeverfahren immer wieder ungeprüft übernommen. Asylfolgeanträge langjähriger engagierter Christen werden damit immer wieder abgewiesen.

3. Wir werden weiterhin lehren, taufen und Menschen in ihrer Not helfen

Die Kirche tut das, womit Jesus Christus sie beauftragt hat. Er sagt im Evangelium des Matthäus: "Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende." (4) Das tut die Kirche mit Respekt vor anderen Religionen und in Achtung der Freiheit, die ein Mensch zum Menschsein braucht und die immer die Freiheit derer ist, die anders denken.

Die Kirchenleitung SELK hat im Jahr 2017 eine Umfrage in ausgewählten Gemeinden vorgenommen, um sich von der Qualität des Taufunterrichtes mit erwachsenen Flüchtlingen zu überzeugen. Die Dauer des Unterrichtes in den befragten Gemeinden beträgt durchschnittlich 6 Monate zu 2 Wochenstunden. Der Unterricht erfolgt muttersprachlich mit Übersetzung und mit Hilfe von muttersprachlichem Unterrichtsmaterial. Vor einer Taufe findet in allen Gemeinden eine Glaubensprüfung statt.

Das werden wir weiter tun, weil Christus selbst es seiner Kirche geboten hat, aller Fremdenfeindlichkeit zum Trotz. Und wo immer der deutsche Staat christlichen Flüchtlingen, denen in ihren muslimischen Heimatländern Verhaftung und Tod drohen, seinen Schutz verwehrt oder sie gar abzuschieben droht, werden wir diesen Menschen beistehen, ihnen in unseren Kirchen Zuflucht gewähren und sie unterstützen.

4. Feindseligkeit gegenüber Muslimen ist kein Weg

Eine feindselige Stimmung gegenüber Menschen muslimischen Glaubens findet sich leider auch in den Gemeinden der SELK. Wir müssen uns deutlich machen, dass wir uns dabei von Feindschaft und Hass der Islamisten anstecken lassen. Der Hass der Attentäter hat schon begonnen, dieses Land und uns zu infizieren. Die Fremdenfeindlichkeit im Land hat viel mit solchen Übertragungen zu tun.

Der tiefe Sinn des Gebotes Christi, auch die Feinde zu lieben (5), liegt im Erhalt der eigenen geistigen Freiheit. Nur wer nicht hasst, ist frei zum Denken, zum Unterscheiden, zum Lieben.
Feindlichkeit gegen Muslime verstellt den Weg zu einem Dialog in Klarheit und Wahrhaftigkeit und trägt damit bei zu den Polarisierungen unserer Gesellschaft. Nur mit Respekt und Achtung werden wir in der Lage sein, im Dialog mit Menschen muslimischen Glaubens eindeutig und klar zum Beispiel das Konversionsverbot im Islam, das Frauenbild oder die Vermischung von Politik und Religion kritisch zu hinterfragen.

Deshalb geht auch unsere soziale Hilfe für Menschen und unser Einsatz für die grundlegenden Rechte von Menschen unabhängig von ihrer Glaubenszugehörigkeit weiter. "Sind wir aber besonnen, so sind wir's für euch. Denn die Liebe Christi drängt uns, zumal wir überzeugt sind, dass, wenn einer für alle gestorben ist, so sind wir alle gestorben. (6)

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(1) Die Quellenangaben können auf Nachfrage aus den persönlichen Ablehnungsbescheiden von Flüchtlingen nachgewiesen werden.
(2) RGBl I, 175; Frédérique Dantonel, Das Widerstandsrecht, Bonhoeffer und Luther, S. 187
(3) Ergebnisse der Sondierungsgespräche von CDU, CSU und SPD, Finale Fassung, 12.01.2018, S. 21 Kapitel IV, Effizientere Verfahren: "Damit die Asylverfahren schnell, umfassend und rechtssicher bearbeitet werden können, erfolgt künftig deren Bearbeitung in zentralen Aufnahme-, Entscheidungs- und Rückführungseinrichtungen (ANkER), in denen BAMF, BA, Justiz, Ausländerbehörden und andere Hand in Hand arbeiten."
(4) Matthäus 28,18-20
(5) Matthäus 5,44 "Liebet eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen."
(6) 2. Korinther 5,13-14

45. Kirchweihfest der Mariengemeinde Berlin-Zehlendorf – Wo sich Himmel und Erde berühren Suess Buettner komp

Am vergangenen Sonntag feierte die Evangelisch-Lutherische St. Mariengemeindeder Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Berlin-Zehlendorf das 45. Kirchweihfest ihrer Marienkirche. Als Gastprediger wirkte der Rektor des Naemi-Wilke-Stifts in Guben, Pfarrer Stefan Süß | Foto, mit. In seiner Predigt legte er das Magnificat – den Lobgesang der Maria – aus. Hierbei stellte er auch den Aspekt des Dienens – der Diakonie – heraus. In Anlehnung an den im 19. Jahrhundert wirkenden Theologen Wilhelm Löhe verdeutlichte er, dass diakonisches Handeln seinen Quellgrund in der Feier des Heiligen Altarsakraments habe. Der Empfang der heiligen Gaben – Leib und Blut des Herrn – befähigen und beauftragen zur Diakonie.

Nach dem Mittagessen der großen Festgemeinde hielt Rektor Süß einen Vortrag zum Thema: Wo sich Himmel und Erde berühren – Diakonie ist Gottes Dienst am Menschen. Ausgangspunkt seines Referats war Martin Luthers Ausspruch: „Du bist aller Dinge frei bei Gott durch den Glauben, aber bei den Menschen bis du jedermanns Diener durch die Liebe.“ Er zeigte auf, dass der Mensch Ebenbild Gottes ist und sein Wesen abbilde. Diakonie beginne daher schon bei der Schöpfung. „Er hat dem Wesen des Menschen ein ‚pro-soziales‘ Verhalten mitgegeben, weil es dem Wesen Gottes entspricht.“, so Pfarrer Süß. Die soziale Sensibilität sei in der Erschaffung des Menschen bereits implementiert. Eben diese erwerbe der Mensch nicht nur, sondern diese soziale Sensibilität ist für das Menschsein konstitutiv. Das Wesen Gottes spiegle sich als Abbild im Menschen wider. Auch wenn als Folge des Sündenfalls die sozialen, ethischen, ökologischen und ethnischen Konflikte aufbrechen, gehe doch das soziale Empfinden des Menschen zur Hilfe für den anderen nicht verloren. Soziales Handeln ist in der Schöpfung angelegt. „Ebenso grundlegend ist auch, dass im Sündenfall und der damit verbundenen Erlösungsbedürftigkeit des Lebens das Urdatum der Diakonie liegt. Bevor wir überhaupt diakonisch tätig werden können, widerfährt uns Gottes Diakonie. Wir sind Gottes ‚Diakoniefälle‘, wie Süß ausführte. Darum, so der Referent, sind Schöpfung und Erlösung diakonische Taten Gottes, die jeder Aktion des Menschen bzw. der Kirche vorausgehen.

Weiter meint Süß, dass Gottes Diakonie sich als Inkarnation der Barmherzigkeit verstehe. Denn zu Weihnachten wird Gott Mensch und wendet sich der Welt zu. In diesem Kind in der Krippe berühren sich Himmel und Erde. Auch das Geschehen am Karfreitag ist diakonische Tat. Es ist die Hingabe des Gottes Sohnes an seine Welt. Auf dem Hügel von Golgatha berühren sich wieder Himmel und Erde. Die Diakonie der Kirche ist daher keine Dienstleistung, sondern sie leistet Dienst am anderen, der Beistand brauche. Diese Haltung sei das Maß für profilierte Diakonie. Süß stellte hiebei besonders die Geschichte vom barmherzigen Samariter und die Weltgerichtsrede aus Matthäus 25 in den Blickpunkt.

Sodann führte er die den Zuhörern vor Augen, dass Jesus sowohl heilte als auch lehrte. Die Verkündigung des Evangeliums und der Dienst am Nächsten gehören zusammen. Aus dem gottesdienstlichen Geschehen gesegnet und gesandt, sendet der Dreieinige Gott die Seinen in die Welt hinein um dem Nächsten zu dienen.

Wie dies im Naemi-Wilke-Stift in Guben praktisch geschieht, führte er mit Hilfe eines aufwendig produzierten Films vor. Anschließend sprach der Gemeindepastor der Mariengemeinde, Pfarrer Markus Büttner, dem Rektor seinen Dank aus, nicht nur für den Vortrag, sondern auch für die zahlreiche Unterstützung, die das Stift und der Rektor der Gemeinde in vergangenen drei Jahren gewährte. Als eine der ganz wenigen Gemeinden der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche unterhält die Mariengemeinde in Berlin-Zehlendorf einen gemeindeeigenen Kindergarten als diakonische Einrichtung. Wie das Naemi-Wilke-Stift in Guben gehört die Mariengemeinde mit ihrem Kindergarten zum Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (www.dwbo.de). In den vergangenen Jahren hat es im Kindergarten St. Marien umfangreiche Veränderungsprozesse in struktureller, baulicher, inhaltlicher und personeller Hinsicht gegeben, die von Rektor Süß und dem Stift freundlich begleitet werden. Nach einer regen Aussprache mit Kaffee und Kuchen endete das 45. Kirchweihjubiläum mit einer Vesperandacht in der Marienkirche. (MB)

Abschiebung christlicher FlüchtlingeSteglitz

Am 28. Januar waren in der Evangelisch-Lutherischen Dreieinigkeits-Gemeinde Berlin-Steglitz der SELK Journalisten zu Gast, die sich für das Thema „Abschiebung christlicher Flüchtlinge“ interessierten. Gemeindepfarrer Dr. Gottfried Martens D.D. berichtet auf der Facebook-Seite der Gemeinde. „Da habe ich nach dem Gottesdienst bei der Verabschiedung einfach mal einige der Betroffenen gebeten, sich zu einem Foto draußen zu versammeln. Die Abgebildeten sind längst nicht alle, die heute bei uns im Gottesdienst waren und bereits ihren Abschiebebescheid erhalten haben.“ (SN/MB)

"Ich glaube nicht, dass jeder seines Glückes Schmied ist ..."Pfarrer Krieser a

- Pfarrer Krieser veröffentlicht ein "Unglaubensbekenntnis"Pfarrer Matthias Krieser (Fürstenwalde/Brandenburg) hat ein Unglaubensbekenntnis verfasst und äußert sich darin in 16 Thesen. Sie beginnen jeweils mit den Worten "Ich glaube nicht, dass ..." - zu verschiedenen Themen des christlichen Glaubens. Er glaube nicht, "dass alle Menschen zwangsläufig in den Himmel kommen. Zwar hat Jesus am Kreuz für alle die Sündenschuld bezahlt und lädt alle ein, dies im Glauben anzunehmen, aber er verheißt die Seligkeit nur denjenigen, die glauben und getauft sind", schreibt der Theologe unter anderem. Zur Auferstehung formuliert er: "Ich glaube nicht, dass Jesus nur rein geistig auferstanden ist und dass sein Leib irgendwann irgendwo vermoderte. Ich glaube, dass Jesus wirklich gestorben und danach mit Leib und Seele wieder auferstanden ist." Er glaube ferner nicht, "dass jeder seines Glückes Schmied ist". Jedes Glück sei vielmehr "ein Gnadengeschenk von Gott".Zum Lebensschutz heißt es in dem "Unglaubensbekenntnis": "Ich glaube nicht, dass man einem Embryo im Anfangsstadium das Menschsein absprechen und ihn nach Belieben töten darf. Ich glaube, dass der Mensch von seiner ersten Zelle an einzigartig ist und die volle Menschenwürde besitzt." Zur Sexualität heißt es: "Ich glaube nicht, dass Menschen ihrem Sexualtrieb hilflos ausgeliefert sind und ihm deshalb immer nachgeben müssen. Ich glaube, dass Männer und Frauen mit Gottes Hilfe entweder gemeinsam in ehelicher Treue oder einzeln und enthaltsam leben können."Der Pfarrer veröffentlichte sein "Unglaubensbekenntnis" im Gemeindebrief der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde in Fürstenwalde/Spree. Zur Begründung sagte er gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea: "Der moderne Mensch läuft heutzutage mit einer Fülle an Glaubensbekenntnissen herum - oft auch unbewusst." Sein Ziel sei es, sie aufzudecken und unter ein christliches Bekenntnis zu stellen. (MB/SN)

Das Unglaubensbekenntnis ist unter nachstehendem Link abrufbar:

http://www.selk-fuerstenwalde.de/mediapool/48/486779/data/1802FX.pdf

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