90-jähriges Kirchweihfest in Berlin-Steglitz Steglitz

Am Sonntag Okuli, dem 4. März 2018, feierte die Evangelisch-Lutherische Dreieinigkeits-Gemeinde der SELK in Berlin-Steglitz ihr 90-jähriges Kirchweihfest. Aus Anlass dieses Jubiläums war Bischof Hans-Jörg Voigt, D.D., Hannover, nach Steglitz gereist. Etwa 500 Gottesdienstbesucher hörten seine Predigt über Epheser 5. Nach dem über dreieinhalbstündigen Gottesdienst mit Feier des Heiligen Abendmahls wurde mit afghanisch-iranischem Mittagessen in den Räumlichkeiten der Dreieinigkeits-Gemeinde weiter gefeiert. Im neuen Gemeindesaal kam die große Gemeinde zusammen, um mit Bischof Voigt über die prekäre Situation nicht weniger Gemeindeglieder zu sprechen. Skandalöse Abschiebebescheinigungen mit zuvor durchgeführten fehlerhaften Glaubensprüfungen durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gehören zum traurigen Alltag der Steglitzer Gemeinde. Bischof Voigt hörte sich die Nöte an und versicherte, dass er sich für die betroffenen Christen seiner Kirche weiter einsetzen werde. „Wir brachten unseren großen Dank für seinen Einsatz für konvertierte Flüchtlinge zum Ausdruck, so Gemeindepfarrer Dr. Gottfried Martens, D.D. auf seiner Facebook-Seite. (MB)

Kandidaten für das Bischofsamt vorgestellt – Wahl auf der Sonderkirchensynode in Stadthagen

Auf der Sonder-Kirchensynode vom 19.-21. April dieses Jahres muss ein Bischof gewählt werden, da die Amtszeit des jetzigen Inhabers, Pfarrer Hans-Jörg Voigt, ausläuft. Neben Bischof Voigt stellt sich Pfarrer Markus Nietzke, Hermannsburg, zur Wahl in das Leitungsamt unserer Kirche. Bitte begleiten Sie diese Wahl in Ihrem Fürbittengebet:

Bischof Hans-Jörg Voigt, D.D. stellt sich vor: 31 1.2018 Voigt h Buettner
Gott hat mich in den Dienst als Pfarrer berufen und die pastoralen Aufgaben in der Gemeinde machen mir immer wieder Freude. So sehe ich die Zukunft gelassen.
Zugleich aber bin ich auch gern Bischof. Ich fühle mich nicht amtsmüde und würde diesen Dienst gern weiter tun. Meine liebe Frau hat mir ihre Unterstützung zugesagt.

Das Jahr 2017 hat mir Gelegenheit geboten, mich in Vorträgen neu in das Leben Luthers einzuarbeiten. Kirchengeschichte hat mich immer interessiert. Über eine fächerübergreifende Lehrveranstaltung an unserer Hochschule zu „Seelsorge und Psychotherapie“ bin ich auch mit Seelsorge befasst.

1962 wurde ich in Dresden geboren und getauft. Ich bin Gott dankbar, dass er mich über die Jugendarbeit zum Theologiestudium geführt hat. Mein Vikariat begann 1989 in Cottbus, wo ich 1991 ordiniert wurde. Es folgte die Entsendung nach Greifswald. Dort mit der Gemeinde einen Kirchenneubau zu gestalten, hat mich sehr geprägt. 2001 wurde ich zum Superintendent gewählt. 2003 berief mich die Kirchenleitung zum Leiter der Vikarsausbildung.
Im Jahr 2006 wurde ich in Hannover als Bischof eingeführt. Auf internationaler Ebene wählte mich der Internationale Lutherische Rat 2012 zum Vorsitzenden. Ich bin meiner Ehefrau und unseren vier Kindern sehr dankbar, dass sie mich unterstützt haben.

In meiner Freizeit beschäftige ich mich gern mit bildender Kunst. Ich male und schnitze gern, spiele ein wenig Gitarre und wir lieben Deisterwanderungen.

Das Bischofsamt verstehe ich als Dienst an der Einheit der Kirche. In dieser Verantwortung habe ich gelernt, dass die Leitung der Kirche Teamwork ist. Hier gilt es zuzuhören, Vorschläge aufzugreifen und wieder zuzuhören. Der Polarisierung zu wehren und das Gespräch zu ermöglichen, ist wesentlich. Wir benötigen in unserer Kirche fortgehend missionarische Impulse. Dabei hat gelingende Gemeindearbeit die größte missionarische Ausstrahlung. Meine Frage ist, wie wir das Evangelium weitersagen können, auch den Menschen, die zu uns kommen?
Zudem müssen wir als Kirche in der vor uns liegenden Dekade mit zwei gegenläufigen Entwicklungen umgehen: Es gilt das Abnehmen an bezahlter kirchlicher Arbeitskraft für die Gemeinden lebbar zu gestalten und dennoch wachsen zu wollen. Zugleich brauchen wir dringend theologischen Nachwuchs, für den unsere Hochschule in Oberursel sehr wichtig ist.

Vor meinem inneren Auge steht die Zukunft einer lutherischen Bekenntniskirche, die sich klar erkennbar an die Heilige Schrift und das lutherische Bekenntnis gebunden hat und die zugleich ökumenisch gesprächsfähig ist und offen für Menschen die zu uns kommen.

Pfarrer Markus Nietzke stellt sich vor: 3 Nietzke
"Warten auf Gott!" Das ist mein Lebensmotto. Voller Zuversicht und Hoffnung darauf warten, wie Gott wirkt, bis hinein in einzelne Lebensdinge. Gott wirkt! Das durfte ich erleben: Als Kind eines Missionars in Afrika, als Missionar in Gifhorn, als Missionsdirektor. Ich erlebe es als Pastor. Wie? Gott schenkt durch sein Wort und seine Gaben Menschen Zuversicht Trost und Hoffnung - in Freud und Leid.
Ich bin verheiratet mit Gisela; wir haben drei Kinder und ein Pflegekind und wohnen in Hermannsburg. Sofern ich Bischof werde, würde ich gern meinen Wohnsitz in Hermannsburg beibehalten und bei Bedarf im Kirchenbezirk mitarbeiten. Zu meinen Interessen gehören Schattenspiele, Scherenschnitte, ein Garten und Miniatur-Bücher. Ich lese gerne in alten Kirchen- und Missionsblättern.

Andrew Murray (Warten-Können auf Gott), C.S. Lewis (Wie wird über den christlichen Glauben verständlich gesprochen?) und Bo Giertz (von ihm habe ich sehr viel als Pastor gelernt!) waren bisher wichtige Impulsgeber auf meinem Lebensweg.

Unsere Kirche und ihre Gemeinden verstehe ich als ‚Herberge‘ und sehe mich als einen Wegbegleiter von vielen für Menschen mit einzigartigen Lebenserfahrungen und unterschiedlichen Lebensentwürfen.

Die SELK ist eine Kirche mit ‚Potenzial‘! Gott wirkt in ihr und durch sie viel Gutes. Als möglicher Bischof möchte ich mehr Dynamik statt Statik erleben. Dankbar möchte ich ein bescheidener, hinhörender Bischof sein, der positive und negative Kritik annehmen kann. Selbst möchte ich gar nicht so viel reden. Wenn, dann positiv über den Glauben und die Kirche. Nur das Negative in allem zu sehen – so etwas lähmt mich.

Eine der großen Herausforderungen der SELK ist der Strukturwandel. Ich möchte mit anderen dazu Mut machen, die ungewohnten Wege kreativ zu beschreiten. Zuviel Optimismus? Wie sieht die Realität in unserer Kirche ‚in echt‘ aus? Da gibt es Fragen nach dem ehrlichen Umgang mit säkularisierten Menschen unter uns. Es gibt Finanznöte. Dann: Bildung liegt mir am Herzen: Herzensbildung! Wie reden wir angemessen vom Glauben? Gott hat allen Gemeindegliedern in der Taufe Fähigkeiten gegeben, die teils brachliegen, manchmal, weil ihnen kaum Raum gegeben wird. Sehr komplizierte ethische Fragen möchte ich mit anderen zusammen klären und Lösungen finden, die die Menschen um uns herum ernst nehmen und ihnen gut tun.

Zur Ökumene: Als lutherische Kirche verstehen wir unser Bekenntnis als die Mitte der Konfessionen. Daher möchte ich gemeinsame Wegstrecken mit Partnern in anderen Kirchen in der Welt zurücklegen und nur ungern einsame Wegstrecken beschreiten.

EKBO-Bischof Dröge: Die Bekehrung von Flüchtlingen ernst nehmen - SELK-Pfarrer Martens fordert massives Intervenieren Gruwort Drge Buettner komp

Wenn Flüchtlinge sich in Deutschland dem christlichen Glauben zuwenden und taufen lassen, sollte der Staat das nicht von vornherein anzweifeln. Diese Ansicht vertrat der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), Dr. Dr. h.c. Markus Dröge (Foto), in einem Gottesdienst für bedrängte und verfolgte Christen am 25. Februar in Berlin. Die Kirche habe darum das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) "dringend darum gebeten, die Bekehrung zum christlichen Glauben ernst zu nehmen". In Hinblick auf die momentan angewandten Entscheidungsverfahren sagte der Bischof: "Wir sprechen es unserem Staat nicht ab, Asylanträge auf ihre Glaubwürdigkeit hin zu prüfen. Aber wir erwarten eine sorgsame und gewissenhafte Prüfung, in der mit bedacht wird, was es bedeutet, wenn Muslime, die zum Christentum konvertiert sind, in ihre Ursprungsländer abgeschoben werden." Laut Dröge wären sie dort durch die Taufe "noch einmal mehr gefährdet."

Die "Glaubensprüfungen" des BAMF haben bereits mehrere Kirchenvertreter kritisiert. So äußerte der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche, Dr. Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald), die Beurteilung des Glaubens von in Deutschland getauften Flüchtlingen durch Richter gefährde die Trennung von Staat und Kirche. Auch der Pfarrer der Dreieinigkeits-Gemeinde Berlin-Steglitz der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), Dr. Gottfried Martens D.D., beanstandet das Verfahren. Laut seinen Aussagen hat sich die Situation für ehemalige muslimische Asylsuchende, die zum Christentum konvertiert sind, in Berlin und Brandenburg seit 2016 dramatisch verschlechtert. Martens begrüßte darum die Aussagen Dröges. Es sei "erfreulich, dass auch Bischof Dröge nun öffentlich die Anerkennungspraxis des BAMF bei christlichen Konvertiten kritisiert", so der Steglitzer Pfarrer auf der Facebook-Seite seiner Gemeinde. Martens: "Die Entscheider im BAMF sitzen oftmals in einer regelrechten Filterblase und weigern sich, jegliche Informationen von außen, die ihre Haltung in Frage stellen könnten, überhaupt wahrzunehmen. Und so sind sie natürlich vollkommen davon überzeugt, wie qualitativ hochwertig ihre Arbeit ist. Hier muss von anderen Seiten ganz massiv interveniert werden."

Das Bundesinnenministerium hingegen verteidigt die "Glaubensprüfungen". In einem aktuellen Schreiben wird erläutert, eine Taufbescheinigung bestätige einen Glaubensübertritt: "Sie sagt aber nichts darüber aus, wie Antragsteller ihren neuen Glauben bei Rückkehr in ihr Heimatland voraussichtlich leben werden und welche Gefahren sich daraus ergeben." Stelle das BAMF fest, "dass bei Rückkehr in das Heimatland keine Verfolgung droht, wird der Asylantrag abgelehnt und die Antragsteller werden zur Ausreise aufgefordert". (MB/SN)

Kirchenbezirkssynode Berlin-Brandenburg tagte - Kirchenasylanten aktiv eingebunden Bezirkssynode 2018 Buettner komp

Vom 23. bis 24. Februar 2018 tage die Bezirkssynode des Kirchenbezirks Berlin-Brandenburg der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) im neuen Gemeindesaal der Evangelisch-Lutherischen Dreieinigkeits-Gemeinde Berlin-Steglitz. Nach Eröffnung und Verpflichtung der Synodalen wählte die Synode Herrn Markus Seltmann, Gemeinde Berlin-Mitte, zum Präses und Pfarrer Christoph Schulze, Potsdam, zum Beisitzer. Der Gemeindepastor, Pfarrer Dr. Gottfried Martens, D.D., begrüßte als Hausherr die Synode und hieß sie in den neuen Räumlichkeiten willkommen. Vor 12 Jahre fand die letzte Synode in den alten Räumlichkeiten der Steglitzer Gemeinde statt. Aktiv waren die rund 30 Kirchenasylanten, die zur Zeit in den Gemeinderäumlichkeiten leben, in die Synode eingebunden. Ausgezeichnetes persisches Essen durften die Synodalen zu Mittag genießen. Einer der Kirchenasylanten war auch Synodaler der Dreieinigkeits-Gemeinde Steglitz. Beeindruckend war der Synodalhauptgottesdienst, in dem der am 1. Advent 2017 eingeführt Pfarrer Hans-Hermann Holst, Schwerin, die Predigt hielt, deshalb, weil neben vertrauten Chorälen, wie Martin Luthers Lied, Ein feste Burg ist unser Gott, Lieder aus dem Jugendlieder Buch, Komm und Sing, auch persische Lieder zur Abendmahlsausteilung in der vollbesetzten Kirche gesungen wurden.

Im Rahmen der Synodalarbeit berichtete Superintendent Peter Brückmann, Berlin-Wedding, über die Veranstaltungen des Reformationsjahres 2017 im Kirchenbezirk. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Bischof i.R. Dr. Jobst Schöne D.D., den Pfarrern Markus Büttner, Johann Hillermann und Edmund Hohls, war mit den Planungen und der Durchführung betraut. Brückmann dankte für alle Arbeiten im vergangenen Jahr von der Buchausstellung über den Deutschen Evangelischen Kirchentag bis hin zum Reformationsmusical „Der Hammer“. In seinem Bericht ging Brückmann auch auf verschiedene Herausforderungen und Veränderungen einzelner Kirchengemeinden im Kirchenbezirk ein, gab der Synode Ein- und Ausblicke .

Pfarrer Gert Kelter, Görlitz, Propst der Region Ost der SELK hielt das Synodalreferat zum Thema, Ideal und Wirklichkeit – unser Gottesdienst im Spiegel möglicher künftiger Notwendigkeiten. Ausgehend vom Neuen Testament über die Bekenntnisschriften der Evangelisch-Lutherischen Kirche, verdeutlichte er, dass ein vollständiger Gottesdienst der ist, der aus der Wortverkündigung und der Abendmahlsfeier bestehe. Andere Gottesdienstformen, wie etwa der Predigtgottesdienst, sei zwar ein vollwertiger, aber eben kein vollständiger Gottesdienst, weil die Sakramentsfeier fehle. Ebenso unterstrich der Propst, dass ein Angebot zur Teilnahme am Abendmahl möglich sein solle. In der Verantwortung eines jeden liege es aber, ob er das Angebot auch annehme. „Niemand wird gezwungen jedes Mal zum Heiligen Abendmahl zu kommen. Die Möglichkeit aber zum Abendmahl gehen zu können, sollte aber gewährleistet sein.“, so Kelter. In seinem Impulsreferat gab er für die Gruppenarbeit den Synodalen Fragen mit auf den Weg, die von einigen Synodalen als geradezu revolutionär empfunden wurden.

In den fünf Arbeitsgruppen wurden nicht nur diese, sondern auch andere Fragen im Kontext von Strukturveränderungen anhand eines Fragebogens behandelt. Neben der inhaltlichen Arbeit wurden für die Kirchensynode, die vom 19.-21. April 2018 in Stadthagen stattfinden wird, die Synodalen gewählt: Als weiterer Geistlicher neben Superintendent Brückmann wurde Pfarrer Hinrich Brandt, Greifswald, und als Gemeindevertreter Frau Angelika Krieser, Berlin-Steglitz, und Herr Gotthardt Wollenberg, Angermünde, in die Kirchensynode gewählt; als stellvertretende Synodale Pfarrer Edmund Hohls und Frau Sylvia Evers, beide Berlin-Wilmersdorf. Auch nahm die Synode Berichte ihrer Ausschüsse und Beauftragten entgegen, sowie den Finanzbericht ihres Bezirksrendanten Herrn Friedrich Kaufmann (Velten). Superintendent Brückmann dankte der gastgebenden Gemeinde für ihre Gastfreundschaft. Die nächste Bezirkssynode soll vom 8. und 9. März 2019 in der Evangelisch-Lutherischen Augustana-Gemeinde, Berlin-Wedding, stattfinden. (MB)

Alte Paramente an neuem Ort

Paramente2017 erhielt die Lutherische Kirchenmission der SELK von der Evangelisch-Lutherischen St. Mariengemeinde Berlin-Zehlendorf Paramente und Velen, die dort nicht mehr gebraucht wurden. Mit diesen Gaben konnte nun ein Projekt in Mönchengladbach-Rheydt bedacht werden: Dort hat Pastor im Ehrenamt, Studiendekan Winfried Küttner im Vorjahr – zusammen mit Missionar Toni Lindholm –, ein missionarisches Projekt begonnen. Es wendet sich zum einen an dort wohnende Kirchglieder und möchte zum andern türkischsprachige Menschen erreichen. (MB/SN)

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