Geplante Asyl- und Abschiebezentren stoßen auf Kritik - Pfarrer Dr. Martens: Religiöse Minderheiten haben dort keine Chance Pfarrer Dr Martens b komp

Die geplante Einrichtung von sogenannten Ankerzentren stößt zunehmend auf Kritik - auch unter kirchlichen Experten. In den im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Aufnahme-, Entscheidungs- und Rückführeinrichtungen sollen je 1.000 bis 1.500 Flüchtlinge untergebracht werden. Bundesinnenminister Prof. Dr. h.c. mult. Horst Seehofer (CSU) macht sich dafür stark. Der Berliner Pfarrer Dr. Gottfried Martens D.D. von der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), der sich besonders für Flüchtlinge einsetzt, die sich dem Christentum zuwenden und zu seiner Gemeinde finden, sieht das Verfahren jedoch als hochproblematisch an - insbesondere für Konvertiten. "Die religiösen Minderheiten haben in derartigen Einrichtungen keine Chance", sagte er der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass in solchen großen geschlossenen Flüchtlingslagern sehr bald feste muslimische Gemeinschaften mit einem starken Anpassungsdruck entstehen würden. "Wenn man also eine muslimische Radikalisierung unterstützen will, soll man Ankerzentren schaffen", so der Pfarrer.

Besonders kritisiert Martens die Vorgabe des Koalitionsvertrags, wonach alle Flüchtlinge ohne "positive Bleibeprognose" ausnahmslos in ihre Heimatländer zurückgeführt werden sollen. Dies betreffe mittlerweile auch alle Flüchtlinge aus dem Iran und Afghanistan, deren Anerkennungsquote in der letzten Zeit deutlich nach unten gedrückt worden sei. Damit hätten Christen aus dem Iran und Afghanistan von vornherein keine Chance mehr auf ein Bleiberecht in Deutschland. Diese Vorgabe solle dadurch umgesetzt werden, dass laut Koalitionsvertrag bei der Bearbeitung der Asylverfahren in den Ankerzentren das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sowie "Jugendämter, Justiz, Ausländerbehörden und andere Hand in Hand arbeiten". "Das Ergebnis der Einzelfallprüfungen wird gleich schon vorgegeben; dazu soll die Justiz zur Erfüllungsgehilfin des BAMF werden", so Martens. "Zudem wären in den Ankerzentren Kontakte zu muttersprachlichen Kirchen oder eine wirklich unabhängige Rechtsberatung kaum mehr möglich." Martens hofft darum, dass sich die Ankerzentren schlussendlich als "bayerisches Wahlkampfgetöse" herausstellen. Er ist Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Dreieinigkeits-Gemeinde der SELK in Berlin-Steglitz. Der leitende Geistliche seiner Kirche, SELK-Bischof, Hans-Jörg Voigt D.D. (Hannover), hatte bereits im Februar die Pläne, "die Justiz ,Hand in Hand' mit irgendwem" in zentralen Aufnahmeeinrichtungen arbeiten zu lassen, als "Skandal" kritisiert. (MB/SN)

Hans-Jörg Voigt bleibt Bischof der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche - Sondersynode in Stadthagen eröffnet 31 1.2018 Voigt h Buettner

Mit einem Beicht- und Abendmahlsgottesdienst wurde am 19. April 2018 in der Evangelisch-Lutherischen Kreuzkirche der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Stadthagen eine außerordentliche Kirchensynode eröffnet. An ihrem Eröffnungstag nahm die Kirchensynode eine Bischofswahl vor, die aufgrund der bis zum laufenden Jahr befristeten Amtszeit von Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. (Hannover) erforderlich geworden war. Für diese Wahl hatte der Allgemeine Pfarrkonvent der SELK im Vorjahr in Rehe (Westerwald) Bischof Voigt und Pfarrer Markus Nietzke (Hermannsburg) als Kandidaten gewählt. Am Nachmittag stellten sich die Kandidaten der Synode vor und griffen dabei Fragen auf, welche die Delegierten im Vorfeld der Synode beim designierten Präsidium einreichen konnten. Am Abend erfolgte dann die Wahl durch die 47 stimmberechtigten Synodalen. Dabei entfielen im ersten Wahlgang 30 Stimmen auf Bischof Voigt und 17 Stimmen auf Pfarrer Nietzke. Voigt bleibt damit leitender Geistlicher der SELK. Die Amtszeit ist unbefristet. Weit über seine Kirche hinaus haben seine Stellungnahmen zur Flüchtlingsthematik und seine Hirtenworte, unter anderem zum Themenfeld Ehe, Beachtung gefunden. Maßgeblich war er auch am Aussöhnungsprozess mit der Union Evangelischer Kirchen (UEK) in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) beteiligt.

Der gebürtige Dresdener wurde 2006 als Bischof eingeführt und auf internationaler Ebene hat Voigt 2012 den Vorsitz des Internationalen Lutherischen Rates (International Lutheran Council) übernommen. "Das Bischofsamt verstehe ich als Dienst an der Einheit der Kirche. In dieser Verantwortung habe ich gelernt, dass die Leitung der Kirche Teamwork ist. Hier gilt es zuzuhören, Vorschläge aufzugreifen und wieder zuzuhören. Der Polarisierung zu wehren und das Gespräch zu ermöglichen, ist wesentlich.", so Voigt in seiner Vorstellung. Ziel seiner zweiten Amtsperiode sei, eine bekenntnisgebundene Evangelisch-Lutherische Kirche mit missionarischen Impulsen und ökumenischer Gesprächsfähigkeit. Hans-Jörg Voigt ist verheiratet mit seiner Frau Christiane. Das Ehepaar hat vier Kinder. (MB/SN)

Salz und Licht - Familientag des Kirchenbezirks Berlin-Brandenburg 2018 Familientag 3 komp

Unter dem Thema, Salz und Licht stand der diesjährige Familientag am 14. April 2018, den die Diakoninnen im Kirchenbezirk Berlin-Brandenburg der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) vorbereitet hatten und der in der Evangelisch-Lutherischen Augustana-Gemeinde (SELK) in Berlin-Wedding stattfand.

Der Tag bot für die ungefähr 40 Teilnehmenden zwischen ca. 6 Monaten und ca. 45 Jahren thematische Arbeit wie auch zum Ausgleich, Spannung, Sport und Spiel. In dem Themenabschnitt für die „größeren“ Kinder ging es darum, warum Salz kostbar und wichtig ist, welche Arten von Salz es gibt, und was das mit uns als Christen zu tun hat.

Beim kreativen Gestalten hatten die Kinder die Möglichkeit, mit verschieden gewürzten Salzen ein kleines Einmachglas zu gestalten. Die kleineren Kinder haben mit Salzteig Figuren geformt. Während dessen gab es für die Eltern eine Bibelarbeit mit Pfarrer Matthias Krieser aus Fürstenwalde, die unter Gottes Wort aus dem Kolosser-Brief Kapitel 4 stand: „Betet zugleich auch für uns, dass Gott uns eine Tür für das Wort auftue und wir das Geheimnis Christi sagen können, um dessentwillen ich auch in Fesseln bin, damit ich es offenbar mache, wie ich es sagen muss. Verhaltet euch weise gegenüber denen, die draußen sind und kauft die Zeit aus. Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt, dass ihr wisst, wie ihr einen jedem antworten sollt.“

Es war durchaus spannend, wo z. B. die einzelnen Teilnehmenden das „Draußen“ verortet haben oder auch wohin die „Tür“ mit der Botschaft Christi führen kann. Nach dem inhaltsreichen Vormittag ging es am Nachmittag nach einem schmackhaften Mittagessen in den nahe gelegenen Humboldthain, in dem die Kinder auf einer Rallye viele Fragen rund um das Thema „Salz“ beantworten mussten, um von einem Hinweis zum nächsten zu kommen. Der gelungene Familientag fand bei Kaffee, Saftschorle und Kuchen sowie einer Abschlussandacht ein stimmiges Ende. Abschließend sei den Organisatorinnen sowie allen Helferinnen und Helfern für die Vorbereitung und die Durchführung gedankt.

Verabschiedung von Kristin Lange und Einführung von Dr. Wilhelm Weber in Wittenberg Lange Buettner komp

Kristin Lange | Foto, Geschäftsführerin der Internationalen Lutherischen-Gesellschaft zu Wittenberg, soll am 29. April 2018 aus ihrem Amt verabschiedet werden. Als ihr Nachfolger wird Pfarrer Dr. theol. Wilhelm Weber in sein Amt eingeführt. Hierzu wird an diesem Tag zu einem Gottesdienst in die Stadtkirche St. Marien zu Wittenberg eingeladen. Er beginnt um 16.30 Uhr. Herzliche Einladung! (MB)

PassionsmusikMusik zur Passion in Paulus Neukölln

Musik zu Passion gibt es auch in diesem Jahr wieder in der Evangelisch-Lutherischen Paulus-Kirche der SELK in Berlin-Neukölln, gestaltet von Kräften aus der gastgebenden Gemeinde. Am 8. März gibt es die Kammermusik zur Passion mit Solo-Musizierenden. Am 15. März folgt eine Taizé-Andacht zur Passion mit Vokal- und Instrumentalstimmen. Am 22. März wird dann eine Andacht aus Anlass des Ökumenischen Kreuzweges der Jugend 2018 mit dem Jugendkreis und dem Posaunenchor gefeiert. Beginn jeweils: 19 Uhr. Herzliche Einladung! (SN/MB)

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