Kirchenleitung tage in Berlin-Zehlendorf Propst Kelter Goerlitz

Vom 27. bis zum 29. November 2018 kam die Kirchenleitung der SELK im Van-Delden-Haus des Evangelischen Diakonievereins Berlin-Zehlendorf e.V. zusammen – zunächst zu ihrer diesjährigen Klausurtagung, anschließend zu ihrer zehnten und letzten Geschäftssitzung im laufenden Jahr. Den Auftakt des Treffens bildete ein Beicht- und Abendmahlsgottesdienst im Betsaal der Tagungsstätte, den SELK-Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. (Hannover) leitete und der im Zeichen des kirchenjahreszeitlichen Ewigkeitssonntags stand.

Im Rahmenprogramm ihrer diesjährigen Klausurtagung in Berlin-Zehlendorf besuchte die Kirchenleitung der SELK am 27. November die St.-Annen-Kirche in Berlin-Dahlem und erlebte dort eine Kirchenführung mit Karl Tietze, der die Geschichte der Dorfkirche darstellte und auch auf die Bedeutung der Kirche für die Bekennende Kirche (BK) in der Zeit des Nationalsozialismus einging. Einer der führenden Vertreter der BK – Pfarrer Martin Niemöller – war Pfarrer an der der Dahlemer Kirche.

Am 27./28. November führte die Kirchenleitung der SELK ihre diesjährige Klausurtagung in den Räumen des Evangelischen Diakonievereins Berlin-Zehlendorf e.V. durch. Die Klausuren dienen der Überprüfung interner Arbeitsabläufe und der Bearbeitung von Schwerpunktthemen und beinhalten Zeit für Gespräche außerhalb der Tagesordnung. Die diesjährige Klausurtagung war von Kirchenrat Erik Braunreuther (Dresden) und Propst Gert Kelter (Foto|Görlitz) vorbereitet worden. Beide referierten zum Schwerpunktthema Kirche und Staat / Christ in Politik. Vorbereitungen auf die für Mai 2019 in Balhorn geplante 14. Kirchensynode beschäftigten das Gremium ebenso wie ein erster Blick auf das Jubiläum „50 Jahre SELK“ im Jahr 2022, Struktur- und Ordnungsfragen.Neben Personalfragen standen Informationen aus kirchlichen Werken und Einrichtungen und die Besetzung von Kommissionen und Beauftragungen auf der Tagesordnung. Auch über eine Vereinbarung mit der Lutherischen Kirche–Missouri Synode (USA/LCSM), die Einzelheiten der bestehenden Kirchengemeinschaft mit der SELK beschreiben soll, wurde beraten. (MB/SN)

Ordinandenrüste mit Vikar Marko Turunen

Voigt - TurunenAm 22. November 2018 hielt Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. (Hannover | Foto: links) im Kirchenbüro der SELK und in der Evangelisch-Lutherischen Bethlehemskirche der SELK in Hannover eine Ordinandenrüste mit Vikar Marko Turunen (rechts). Turunen, der aus Finnland stammt, ist SELK-Kirchglied und soll am Gedenktag des Apostels St. Andreas, dem 30. November 2018, in der Evangelich-Lutherischen Dreieinigkeits-Kirche der SELK in Berlin-Steglitz durch Voigt ordiniert werden. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Siiri Turunen wurde er von der Missionsgesellschaft Lutheran Evangelical Assoziation of Finland zur Missionsarbeit in Steglitz entsandt. (MB/SN)

Adventsfeier der Christusgemeinde Potsdam Kirche Potsdam Altarraum

Die Evangelisch-Lutherische Christusgemeinde der SELK in Potsdam lädt zu einem Adventsbasar am 1. Advent ein. Um 10 Uhr feiert sie einen Hauptgottesdienst. Am Nachmittag öffnet um 14 Uhr der Basar mit Selbstgebasteltem und Gebackenem. Die Preise sind nicht festgelegt: Es gilt das Prinzip „Gib, was du magst“. Der Erlös kommt einem sozialen Projekt und der Gemeinde zugute. Um 16 Uhr beginnt ein Konzert, bei dem zu jazzig-amerikanischer Musik auch mitgesungen werden kann. Glühwein, Waffeln, Bratwürste und eine Feuerschale runden den Tag ab. (SN/MB)

DÖSTA-Tagung in Berlin - SELK durch Dr. Werner Klän vertreten Klaen d Buettner

Am 16. und 17. November tagte der Deutsche Ökumenische Studienausschuss (DÖSTA) in Berlin. Dieses Gremium fungiert als der wissenschaftliche Beirat der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), in der die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) Vollmitglied ist. Neben Aufträgen aus dem Vorstand oder der Mitgliederversammlung der ACK widmet sich der DÖSTA auch eigenen Themen in Langzeitstudien. Derzeit arbeitet er an der Thematik von "Diaspora und Sendung".

Fast alle Kirchen und die Christenheit insgesamt kennen die Erfahrung vom Leben "in der Zerstreuung". Dies trifft auch für Kirchen zu, die in bestimmten Gegenden der Welt durchaus Mehrheitskirchen sind, sich in anderen Teilen der Welt aber in der Minderheitssituation vorfinden. "Das Thema ,Diaspora und Sendung' ist für die SELK von besonderem Interesse", meint Prof. i.R. Dr. Werner Klän (Lübeck|Foto), der die SELK im DÖSTA vertritt und auch Vorsitzender des "Diasporawerks in der SELK - Gotteskasten e. V." ist.

Außer diesem Hauptthema und zugehörigen Referaten wurden auf der Tagung in Berlin Berichte aus verschiedenen ökumenischen Institutionen gehört, Anträge auf Förderung von akademischen Qualifikationsschriften behandelt und eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die eine multilaterale Stellungnahme zur Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre zwischen dem Lutherischen Weltbund und der Römisch-Katholischen Kirche anlässlich ihrer Veröffentlichung von zwanzig Jahren (31. Oktober 1999 in Augsburg) entwerfen soll. (MB/SN)

Wedding aussen

Glauben in den Alltag der Menschen bringen - Missionar Rainald Meyer zu Gast in Berlin-Wedding

"So ein schönes Frühstück habe ich zu Hause nicht!", stellte einer der 45 Gäste fest, die beim "Frühstück (nicht nur) für Frauen" am Samstag, dem 10. November 2018, in den Räumen der Evangelisch-Lutherischen Augustana-Gemeinde Berlin-Wedding der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) zusammengekommen waren. Kaffee, Tee, Eier, Aufschnitt, Fisch, Käse, selbst gemachte Marmeladen und natürlich knusprige Brötchen: Das Vorbereitungsteam um Marlies Hanna hatte sich wieder viel Mühe gegeben, um den Gästen einen schönen Vormittag zu bereiten.

Als Referent war Missionar Rainald Meyer mit seiner Frau Hanna aus Durban (Südafrika) eingeladen worden. Er berichtete sehr persönlich und eindrucksvoll von dem, was ihn in seiner Arbeit geprägt hat. Aufgewachsen in einer deutschsprachigen Gemeinde in Südafrika war er geprägt von dem Denken, dass die Weißen die besseren Menschen seien. Es herrschte die menschenverachtende Ideologie der Apartheid. Menschen anderer Hautfarbe als der Weißen wurden benachteiligt und aus dem Leben ausgegrenzt. Erst im Laufe seines Studiums erkannte Meyer, dass Gottes Liebe allen Menschen gilt, egal welcher Hautfarbe, und dass Menschen deshalb kein Recht haben, sich über andere zu erheben. "Ich muss geheilt werden, mit Gott versöhnt werden, dann kann ich seine Liebe leben, anstatt sein Gesetz anderen aufzuzwingen."

Auf der Suche danach, wie er diese befreiende Liebe Gottes, die die Gemeinde im sonntäglichen Gottesdienst erfährt, in den Alltag und die Häuser bringen kann, stieß Rainald Meyer auf das Modell der Zellgruppenarbeit. In seiner Gemeinde in Durban rüstete er zunächst fünf Menschen als Gruppenleiter zu, die dann eine Gruppe aufbauten. Eine solche Zellgruppe trifft sich unter der Woche in den Häusern der Menschen. Das Ziel dieser Treffen ist es, den Glauben in den Alltag der Menschen zu bringen, eine Verbindung zwischen gottesdienstlichem Geschehen und der persönlichen Lebenswelt herzustellen. Die Treffen laufen nach einem festen Schema ab: Ankommen (Jeden ins Gespräch nehmen), Anbeten (Gott begegnen in Lob, Dank und Bekenntnis), Anhören (Von der Predigt des Sonntags ausgehend hören, was Gott mir zu sagen hat) und Anwenden (Wie kann ich das Entdeckte zu den Kirchenfernen bringen?) sind die vier Gliederungspunkte eines jeden Treffens. Menschen werden neugierig, erfahren Gemeinschaft und Angenommensein. Viele sind auf diese Weise zu den Zellgruppen dazugestoßen, haben sich taufen lassen. Manche Zellgruppe, die zu groß wurde, teilte sich, so wie es biologische Zellen auch tun, und sorgte für weiteres Wachstum.

Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich ein vielfältiger Gedankenaustausch zwischen Referent und Zuhörern. Am Ende konnte Marlies Hanna dem Ehepaar Meyer neben einem herzlichen Dank eine Kollekte von rund 200 Euro für den zu ihrem Arbeitsbereich gehörenden Kindergarten in Phoenix (Südafrika) mit auf den Weg geben. (SN/MB)

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