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Glauben in den Alltag der Menschen bringen - Missionar Rainald Meyer zu Gast in Berlin-Wedding

"So ein schönes Frühstück habe ich zu Hause nicht!", stellte einer der 45 Gäste fest, die beim "Frühstück (nicht nur) für Frauen" am Samstag, dem 10. November 2018, in den Räumen der Evangelisch-Lutherischen Augustana-Gemeinde Berlin-Wedding der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) zusammengekommen waren. Kaffee, Tee, Eier, Aufschnitt, Fisch, Käse, selbst gemachte Marmeladen und natürlich knusprige Brötchen: Das Vorbereitungsteam um Marlies Hanna hatte sich wieder viel Mühe gegeben, um den Gästen einen schönen Vormittag zu bereiten.

Als Referent war Missionar Rainald Meyer mit seiner Frau Hanna aus Durban (Südafrika) eingeladen worden. Er berichtete sehr persönlich und eindrucksvoll von dem, was ihn in seiner Arbeit geprägt hat. Aufgewachsen in einer deutschsprachigen Gemeinde in Südafrika war er geprägt von dem Denken, dass die Weißen die besseren Menschen seien. Es herrschte die menschenverachtende Ideologie der Apartheid. Menschen anderer Hautfarbe als der Weißen wurden benachteiligt und aus dem Leben ausgegrenzt. Erst im Laufe seines Studiums erkannte Meyer, dass Gottes Liebe allen Menschen gilt, egal welcher Hautfarbe, und dass Menschen deshalb kein Recht haben, sich über andere zu erheben. "Ich muss geheilt werden, mit Gott versöhnt werden, dann kann ich seine Liebe leben, anstatt sein Gesetz anderen aufzuzwingen."

Auf der Suche danach, wie er diese befreiende Liebe Gottes, die die Gemeinde im sonntäglichen Gottesdienst erfährt, in den Alltag und die Häuser bringen kann, stieß Rainald Meyer auf das Modell der Zellgruppenarbeit. In seiner Gemeinde in Durban rüstete er zunächst fünf Menschen als Gruppenleiter zu, die dann eine Gruppe aufbauten. Eine solche Zellgruppe trifft sich unter der Woche in den Häusern der Menschen. Das Ziel dieser Treffen ist es, den Glauben in den Alltag der Menschen zu bringen, eine Verbindung zwischen gottesdienstlichem Geschehen und der persönlichen Lebenswelt herzustellen. Die Treffen laufen nach einem festen Schema ab: Ankommen (Jeden ins Gespräch nehmen), Anbeten (Gott begegnen in Lob, Dank und Bekenntnis), Anhören (Von der Predigt des Sonntags ausgehend hören, was Gott mir zu sagen hat) und Anwenden (Wie kann ich das Entdeckte zu den Kirchenfernen bringen?) sind die vier Gliederungspunkte eines jeden Treffens. Menschen werden neugierig, erfahren Gemeinschaft und Angenommensein. Viele sind auf diese Weise zu den Zellgruppen dazugestoßen, haben sich taufen lassen. Manche Zellgruppe, die zu groß wurde, teilte sich, so wie es biologische Zellen auch tun, und sorgte für weiteres Wachstum.

Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich ein vielfältiger Gedankenaustausch zwischen Referent und Zuhörern. Am Ende konnte Marlies Hanna dem Ehepaar Meyer neben einem herzlichen Dank eine Kollekte von rund 200 Euro für den zu ihrem Arbeitsbereich gehörenden Kindergarten in Phoenix (Südafrika) mit auf den Weg geben. (SN/MB)

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