Jesus Christus spricht: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Johannes 20,21


Mit seiner En-Marche-Bewegung stürmte der jetzige Präsident der Französischen Republik, Emmanuel Macron, in den Élysée-Palast in Paris. Bewegung sollte in das verkrustete französische Politiksystem kommen. Aufbruch und Neuanfang war die Sehnsucht nicht weniger Franzosen. Frankreich sollte sich ändern, anders werden. Bewegung sollte wieder in das französische System kommen. Nicht wenige haben sich der Bewegung En-Marche angeschlossen.

Um eine globale und ganz andere Bewegung, geht es in diesem Bibelwort. Vom Evangelisten St. Johannes werden wir an dem ersten Abend nach der Auferstehung Jesu Christi geführt. Angst haben die Jünger. Der Schrecken der vergangenen Tage mit der Gefangennahme und der Kreuzigung des Herrn steckt ihnen noch gewaltig in den Knochen. Die Türen sind verschlossen. Sie sind unter sich. Starr vor Furcht, orientierungslos vor Angst, hoffnungslos angesichts einer ungewissen Zukunft. Man hat sich eingeigelt. Von Aufbruch und Bewegung keine Spur. Wagenburgmentalität und Schockstarre beschreiben die Situation eher. Geht es der nachösterlichen Gemeinde manchmal nicht ähnlich? Um uns herum die leidzerrissene Welt mit Krieg und Terror, Gewalt und Ohnmacht, Hunger und Armut. Eine Kirche, die vielfach mit sich selbst beschäftigt ist und versucht ihre Strukturen anzupassen. Hoffnungslose Orientierungslosigkeit angesichts der Herausforderungen in den unterschiedlichen Bereichen des Lebens, weil Gottes Wort in Gesetz und Evangelium nicht mehr in seinem ganzen Reichtum verkündigt und auch glaubend angenommen wird. Wagenburgmentalität macht sich breit. Schotten dicht! Behalten, was man hat, trotz Rückgang der Kirchmitgliederzahlen. Auch das eigene Leben, mag es auf den ersten Blick auch dynamisch erscheinen, ist doch oft genug durch fremdbestimmte Vorgaben geprägt und durch Maßstäbe geregelt. Ganz zu schweigen von der Fremdbestimmung durch die Sünde, zu meinen, man könne mit dem eigenen Willen durch die Wand und ein Leben jenseits der Gebote Gottes führen. Die Gemengelage von Sünde und Schuld, von Not und Tod zu durchbrechen und Bewegung in die vom Tod und vom Leid erstarrte Welt zu bringen, hat der himmlische Vater seinen Sohn gesandt. Motivation dieser Sendung ist seine Liebe zu dieser Welt, damit die selig werden, die an Jesus Christus als ihren Retter glauben.

Gott selbst bringt Bewegung in diese Welt. Friede sei mit euch, ist der Zuspruch des Auferstandenen, um die Schockstarre der Angst zu lösen. Der vom Vater gesandte Sohn bringt in die hoffnungslose Orientierungslosigkeit hoffnungsvolle Zukunft. Der Tod ist besiegt, auch wenn er noch heute auf Beutezug ist. Der Tod hat nicht mehr das letzte Wort, sondern der Auferstandene, der die Schlüssel des Todes und der Hölle in den Händen hält. Der österliche Friede des auferstandenen Herrn ist die Voraussetzung für die Sendung der Jünger in diese Welt und steht am Anfang der Bewegung, dessen Urheber der Vater im Himmel durch die Sendung seines Sohnes ist. Die Bewegung vom Vater über den Sohn bis zu den Jüngern setzt sich bis heute fort. Der Getaufte ist Teil dieser neuen Bewegung. Er hat Anteil an der Sendung in diese Welt. Gehet hin im Frieden des Herrn, heißt es am Ende eines jeden Gottesdienstes. Es ist die Sendung in diese Welt heute. Gesandt sind wir als Jünger des Auferstandenen Frieden zu verkündigen. Selbst den Frieden empfangen zu haben, gilt es diesen Frieden weiterzugeben. Der Friede, den die Jünger verkündigend in diese Welt tragen, ist größer als alle Friedlosigkeit, die Freude größer als die Angst, die Zukunft in Gottes Herrlichkeit größer als die Hoffnungslosigkeit, die Orientierung durch Gottes Wort größer als die Irrwege der Heilsanbieter und ihrer Ideologien. Der Auferstandene setzt in Bewegung. Er selbst ist die Dynamik des Glaubens. Jesus Christus ist Dreh- und Angelpunkt der Gemeinde. Der gesandte Sohn ist Mittelpunkt der Bewegung. Der Christ hat Anteil an der Sendung und gehört zu dieser göttlichen Bewegung. Vorzeichen für die Jünger ist der vom Auferstandenen zugesprochene Friede, der auch heute noch auf die im Namen Jesu versammelte Gemeinde gelegt wird, damit sie zu- und ausgerüstet ist, Menschen für diese Bewegung durch den Heiligen Geist zu gewinnen. Die von der Freude des Auferstandenen erfüllte Gemeinde ist eine bewegliche und dynamische, welche die Botschaft von der Sendung des Sohnes durch den Vater aus Liebe zu dieser Welt weitergibt. Durch die Teilhabe an der Bewegung reißt Gott die vom Sohn Gesandten auch an sein Herz. Die einst ferne waren, sind ihm nun ganz nahe. Aus den Sündern werden Gerechte. Dazu kann nur Gott selbst den Menschen machen, verwandeln, neu schaffen. Dies geschieht durch den Heiligen Geist. Nehmt hin den Heiligen Geist, sagt der Auferstandene. Der Hauch und dieses Wort des Auferstandenen weist uns auch schon auf Pfingsten. Die Gabe des Heiligen Geistes unmittelbar nach der Auferstehung bekräftigen sich gegenseitig und bestärken die Gemeinde in ihrem Sendungsauftrag. Durch die Heilige Taufe ist der Christ Teil dieser Bewegung. In Bewegung – en marche – hat die Kirche zu sein, erfüllt vom Heiligen Geist, als Dreh- und Angelpunkt den auferstandenen Herrn, zur Ehre des Vaters.
Eine gesegnete Osterzeit und ein erfülltes Pfingstfest wünscht Ihnen mit herzlichem Gruß
Ihr

Pfarrer Markus Büttner

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